Sport : Bayern liebt die Spannung nicht

Mathias Klappenbach

Es ist wirklich schade, dass der FC Bayern Mark van Bommel verpflichtet hat. Was hätte das für eine Saison werden können: Schalke stürmt dank Lincolns Pässen auf die neuen Stürmer an die Spitze, Bremens Diego arbeitet auch nach hinten und macht die Mannschaft so noch stärker als vorher mit Micoud, der HSV holt womöglich den Argentinier Sorin und legt in der Champions League eine Serie hin, die ihn nach oben führt – und mittendrin kämpft der Rekordmeister aus München um seinen Platz zwischen den Topteams. Das wäre spannend, interessant, Bayern in der Krise könnten die Fans ein ganzes Jahr lang sehr gut unterhalten.

Doch so weit lässt es Uli Hoeneß natürlich nicht kommen. Fußballerisch ist Mark van Bommel nicht wichtiger als die anderen Neuzugänge Daniel van Buyten in der Abwehr oder Lukas Podolski im Sturm. Und es ist Felix Magath zuzutrauen, dass er die Probleme im Mittelfeld irgendwann auch so gelöst hätte. Aber van Bommel erfüllt eine wichtige Funktion. Er steht als Symbol für jene Souveränität und Selbstverständlichkeit des Sieges, die den Münchnern ohne Michael Ballack plötzlich abhanden zu kommen drohte. Seine Verpflichtung soll das altbekannte Signal an die Konkurrenz und vor allem an die eigenen Spieler dafür sein, dass der FC Bayern immer noch zulegen kann, wenn Panik auszubrechen droht, weil die anderen plötzlich mithalten können. So bedauernswert das für die Zuschauer ist, es wird auch dieses Mal funktionieren. Wie Mark van Bommel spielt, ist dabei gar nicht so wichtig.

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