Bayern München : Widerwillig in die Moderne

Benedikt Voigt über den widersprüchlichen Uli Hoeneß.

Benedikt Voigt

Man muss sich wünschen, dass Uli Hoeneß dem deutschen Fußball noch lange erhalten bleibt, in welcher Funktion auch immer. Mindestens damit die unterhaltsam provokanten Sprüche des Noch-Managers des FC Bayern auch in den nächsten Jahren nachbetrachtet werden können. Gestern hat er sich zum Beispiel mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Bundestrainer Joachim Löw angelegt, weil dieser der Bundesliga Fitness- und Temponachteile attestiert hatte. Uli Hoeneß reagierte mit folgenden Worten: „Mich stört an der ganzen Diskussion, dass immer, wenn so Länderspiele gegen Liechtenstein oder Andorra vor der Tür stehen, die zuständigen Herren vom DFB der Bundesliga zeigen wollen, wie man Fußball spielt.“

Tatsächlich ist es wohl so, dass sich Uli Hoeneß von niemandem etwas zeigen lässt. Ein wenig vielleicht von Jürgen Klinsmann, jenem Trainer, den die Bayern verpflichtet haben, damit er mal zeigt, wie man modernen Fußball spielt. Denn eine Erneuerung verspricht sich der FC Bayern von Klinsmann, so wie dieser das bei – äh, Moment. So wie dieser das der Bundesliga mit der DFB-Nationalmannschaft vorgemacht hat?

Uli Hoeneß’ jüngste Provokation ist nach der Verpflichtung Klinsmanns einfach widersprüchlich. Aber das passt zur aktuellen Situation des Managers und seines Vereins: Sie stehen irgendwo zwischen neuem und altem Job, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Bewahren und Erneuern. Irgendwann wird sich Hoeneß entscheiden müssen – so wie der DFB vor fünf Jahren auch.

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