Sport : Bayers Kopfschmerzen Leverkusen verabschiedet sich aus dem Titelkampf

Erik Eggers

Leverkusen. Zu den Geheimnissen des Fußballs gehört, so lautet eine der zahllosen Binsenwahrheiten dieser Sportart, dass sich der Erfolg aus vielen kleinen Dingen zusammensetzt. Es ist wie ein großes Puzzle, wie ein fragiles Mosaik. Am Samstagnachmittag wurde deutlich, dass das Bild von einer ambitionierten Spitzenmannschaft, das in der Hinserie von Bayer Leverkusen gezeichnet wurde, nicht stimmig ist. Wenn man so will: Die Dehnungsfugen, die im Idealfall die Einzelteile verbinden, haben sich als zu porös erwiesen. Dem Abstiegskandidaten aus Frankfurt war es jedenfalls ein Leichtes, das Leverkusener Mosaik zu zersprengen. Am Ende stand mit dem 1:2 (0:1) die zweite Heim- niederlage hintereinander. Schwerer aber wiegt die Ratlosigkeit, die ein erfahrener Spieler wie Carsten Ramelow vermittelt. „Ich weiß nicht, was mit uns los ist“, sagte der Nationalspieler.

Auch Trainer Klaus Augenthaler fehlten die Worte, das Auseinanderbröseln seiner Elf zu beschreiben. Dass es ausgerechnet der vor drei Wochen von Leverkusen an die Eintracht ausgeliehene Ingo Hertzsch war, der die Frankfurter Führung erzielte, war für Bayers Trainer nur zweitrangig. Er kritisierte vor allem die mangelnde Einstellung seines Teams. „Die Frankfurter haben gefightet“, sagte Augenthaler: „Diese absolute Hingabe habe ich bei unserer Mannschaft vermisst.“

Das war noch milde formuliert. Nicht nur, dass die bulgarische Sturmspitze Dimitar Berbatow erneut Chancen für zwei Spiele versiebte. Das ist Augenthaler schon fast gewohnt. Nein, seine zahlreichen Wutanfälle an der Seitenlinie hatten vor allem die lässigen Aktionen seiner Akteure ausgelöst.

Geschäftsführer Reiner Calmund fand, dass Bayer gespielt habe „wie ein Abstiegskandidat, ohne Feuer, ohne Leidenschaft“. Dass sein folgendes Donnerwetter in der Kabine helfen wird für das nächste Auswärtsspiel in Hannover, ist dennoch eher unwahrscheinlich. Zumindest Carsten Ramelow hat sich vom Titelkampf schon verabschiedet. „Ich guck’ nicht mehr nach Bremen, das ist vorbei“, sagt der 29-Jährige mit Blick auf die zehn Punkte Abstand zum Tabellenführer.

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