Sport : Beachvolleyball: Der Boom ist noch nicht versandet

Ernst Podeswa

Als zum Jahresende der Hauptsponsor sein Engagement kündigte, da schien der Aufwärtstrend der Boomsportart Beachvolleyball in Deutschland jäh beendet. "Wir waren kurzzeitig ein wenig konsterniert, denn seit 1994 hatten wir einen verlässlichen Hauptpartner", sagt Frank Mackerodt, einst Nationalspieler, Chef der Hamburger Marketing-Gesellschaft MNP und Initiator der deutschlandweiten Beach-Mastersserie. "Doch dann war nach ersten Gesprächen klar, dass wir am Standard keine Abstriche machen müssen." Nun gastiert die bedeutsamste nationale Turnierfolge als D2-Masters (vorher Liptonice) erneut in der Stadt. Auf Sandplätzen am Alexanderplatz streiten 24 Herren- und 16 Damenteams bis Sonntag um Plätze und Prämien. Darunter sind drei Damen-Nationalteams, die um zwei Olympiatickets baggern. Bei den Männern zählen die Berliner Falk Zimmermann/Sergej Sergejew in Abwesenheit der drei Auswahlduos, die beim Weltturnier in Stavanger pritschen, zu den Favoriten.

Insgesamt wird bei Stadt- und vier Strandwettbewerben sowie bei den Deutschen Meisterschaften (18. bis 20. August) in Timmendorfer Strand ein Preisgeld von 520 000 DM verteilt. Mackerodt: "Damit haben wir nach Turnieren in den USA die zweithöchste Dotierung. In Europa gibt es keine Tour mit mehr als 200 000 DM." Mit den jetzigen Etats sei die Sache ausgereizt, meint Mackerodt, dessen Agentur mittlerweile auch Beiträge fürs Fernsehen produziert. Je 50 Prozent der Rechte daran halten seine MNP und der Volleyball-Verband. MNP strebt die 100-prozentige Vermarktung der Fernsehrechte an. Zum Jahresende laufen die derzeitigen Verträge mit ARD/ZDF aus. Beachvolleyball war bislang vor allem in den dritten Programmen zu sehen. "Wir könnten uns erst dann an höhere Preisgelder als 50 000 DM für ein Mastersturnier heranwagen, wenn wir den Sponsoren garantierte Fernsehzeiten bieten. Daran arbeiten wir." Vom ersten Weltturnier der Damen in Berlin vom 12. bis 16. Juli will der SFB übrigens Sonntagnacht ab 0.15 Uhr zweieinhalb Stunden ausstrahlen.

Gescheitert war Mackerodts Traum, in diesem Jahr die Beach-WM nach Berlin zu holen. Gastgeber ist nun im August Kärntens Landeskapitale Klagenfurt, das ein Budget von einer Million Dollar zusicherte. Nun hofft der Hamburger als Krönung seiner Sandspiele die Beachvolleyball-WM 2005 an die Spree zu holen.

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