Becherwurf-Skandal : DFB-Gericht: "Geisterspiel" für St. Pauli

Der FC St. Pauli muss wegen des Becherwurf-Skandals das nächste Heimspiel gegen Bremen am Ostersamstag ohne Zuschauer austragen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes bestätigte den Antrag des DFB-Kontrollausschusses.

Der Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner (r.) wurde von einem Bierbecher getroffen.
Der Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner (r.) wurde von einem Bierbecher getroffen.Foto: dpa

In der Partie gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Freitag war der Schiedsrichter-Assistent von einem aus dem St. Pauli-Fanblock geworfenen Bierbecher im Nacken getroffen worden. St. Pauli kann bis Montag gegen das Urteil Einspruch einlegen und eine mündliche Verhandlung beantragen.

Sportgerichtsvorsitzender Hans E. Lorenz sagte: "Die Verursachung eines Spielabbruchs stellt einen schweren Eingriff in das Spielgeschehen und den Wettbewerb dar und kann nur mit einer konsequenten Sanktion geahndet werden. Die Sanktion ist auch aus generalpräventiven Gesichtspunkten erforderlich und soll künftigen Rechtsverletzungen vorbeugen. Dabei geht es um den Schutz individueller Rechtsgüter wie die körperliche Unversehrtheit von Spielern, Schiedsrichtern, Offiziellen und Zuschauern sowie die Aufrechterhaltung eines geordneten Spielbetriebs und Wettbewerbs."

Damit ist das erste "Geisterspiel" in der Geschichte der 1. Liga so gut wie perfekt. Den abstiegsgefährdeten FC St. Pauli erwartet nun eine Einbuße von rund 750.000 Euro, da das Nord-Derby gegen die Bremer mit rund 24.400 Zuschauern ausverkauft war.

Darüber hinaus fügt Lorenz an: "Dem Sportgericht sind die Initiativen des FC St. Pauli bei der Förderung einer besonderen Fankultur bekannt. Diese werden durch das Urteil nicht infrage gestellt." (dpa/DFB)

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