Sport : Bei Anruf Ärger

Torwart Georg Koch fühlt sich bedroht, seitdem er über den Manipulationsversuch berichtet hat

Richard Leipold[Düsseldorf]

Georg Koch ist dieser Tage unruhig. Verständlich, denn schließlich fühlt sich der beim Zweitligisten MSV Duisburg beschäftigte Torhüter bedroht. Gestern nannte der 33-Jährige Einzelheiten. Koch sagte, ihm sei vergangenen Donnerstag von einem anonymen Anrufer gedroht worden. „Der Mann hat gesagt, ich soll mich nicht an die Öffentlichkeit wenden, sonst passiert was.“ Dann habe der Anrufer aufgelegt. Eine halbe Stunde später aber wurde die Drohung wiederholt.

Koch schwieg zunächst in der Öffentlichkeit, sagte erst ein paar Tage später, was er sagen wollte: Dass ihm Geld dafür geboten wurde, dass er absichtlich verliert. Drei Tage später aber habe er sich dann doch entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Um mich und meine Familie zu schützen“, wie Koch sagt.

Der Hintergrund des von Koch beschriebenen Nötigungsversuches soll aus der vergangenen Zweitliga-Saison resultieren, als Koch noch bei Energie Cottbus im Tor stand. Vor der Partie gegen Jahn Regensburg hat Koch laut seiner Aussage einen merkwürdigen Anruf bekommen. Ein ihm unbekannter Mann, der sich als „Steffen Karl“ gemeldet habe, habe ihm ein Angebot unterbreitet: Wenn Koch zwei Tore absichtlich reinlasse, bekomme er dafür 20 000 Euro. Der Mann habe sein Ansinnen damit begründet, dass ein Freund von ihm viel Geld auf den Klassenverbleib der Regensburger gesetzt habe. Koch sagt, er habe das Gespräch sofort beendet und die Sache alsbald vergessen. „Ich dachte, da will mich jemand veralbern.“

Ob es sich bei dem Anrufer um den früheren Bundesligaspieler Steffen Karl handelte, könne er nicht sagen. Er sei sich aber sicher, dass der Anrufer, der ihn bedroht habe, nicht identisch sei mit jenem, der ihm die 20 000 Euro angeboten habe. Der frühere Fußballprofi Karl versichert an Eides statt, er habe mit dem Wettskandal nichts zu tun.

Am Spiel Cottbus gegen Regensburg konnte Koch wegen einer Verletzung nicht teilnehmen. Erst als sich die vom Schiedsrichter Robert Hoyzer verursachte Affäre ausweitete, will Koch die Brisanz des unmoralischen Angebots erkannt haben. „Im Nachhinein nehme ich die Sache sehr ernst. Es ist ein mulmiges Gefühl da“, sagt er. „Man guckt, wer vor dem Haus parkt. Die Angst um Frau und Kinder ist da, aber ich will mich nicht erpressen lassen.“ Strafanzeige hat Koch bisher nicht erstattet. Diesen Schritt will er aber nun mit seinem Anwalt prüfen.

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