Sport : Bei Tennis Borussia müssen alle Spieler ihren Vertrag erfüllen

Karsten Doneck

Heiner Bertram bot eine Wette an. Da spielen doch die Amateure von Tennis Borussia am Sonntag in der Fußball-Regionalliga beim 1. FC Union, und der Union-Präsident suchte nun, und zwar gleich per Presseerklärung, jemanden bei TeBe, der dagegen hält, dass Union bei dem Spiel mehr Zuschauer hat als die Profimannschaft von Tennis Borussia. Der Mann hat vielleicht Sorgen! In der Profiabteilung bei TeBe besteht wenig Neigung, auf derlei Wettangebote einzugehen. Statt einzelne Zuschauer zu zählen und dann mit anderen Berliner Klubs zu vergleichen, konzentriert sich die Elf von Trainer Winfried Schäfer vielmehr darauf, wertvolle Punkte zu erobern, und zwar jetzt zweimal nacheinander gegen Aufsteiger, zunächst heute (18 Uhr) bei Waldhof Mannheim, dann am 28. November daheim gegen Kickers Offenbach.

Gelegenheit also für TeBe, Boden gutzumachen. Schließlich sprang aus den letzten beiden Heimspielen nur ein einziger Punkt heraus. Winfried Schäfer wundert das nicht. "Jede Mannschaft geht gegen uns über ihre Grenzen, gerade auch im läuferischen Bereich", behauptet er. Der TeBe-Trainer hatte sich vor der Saison mannhaft hingestellt und gesagt: "Das ist jetzt meine Mannschaft. Dafür trage ich die volle Verantwortung." Das gilt, um es im Standesbeamten-Deutsch zu sagen, in guten wie in schlechten Tagen. Ein paar dieser schlechten Tage hat Schäfer zweifellos auch schon erlebt in dieser Saison. Die öffentlich geäußerte Unzufriedenheit bei Sasa Ciric und Ansgar Brinkmann, dazu kürzlich eine handfeste Auseinandersetzung nach dem Training in der Kabine zwischen Abderrahim Ouakili und Marco Tredup - das alles erweckt den Eindruck, als zeige die heile Fußball-Welt bei TeBe Risse.

Schäfer tut das einzig Richtige: Er bleibt rigoros. Wer die Faxen dicke hat und um die Freigabe bittet, dem teilt der Trainer kurz und knapp mit: "Alle müssen bei uns ihren Vertrag erfüllen." Das ist ein klares Zeichen. Nur begreift es eben nicht jeder TeBe-Profi auch als vertrauensbildende Maßnahme.

Ob er denn nach den beiden Heimspielen mit nur einem Punkt jetzt besonders unter Druck stehe, wurde Schäfer gefragt. "Warum soll ich denn Druck haben?" antwortet er. "Eine Mannschaft, die - wie man zuletzt gesehen hat - so fightet, die mit so viel Leidenschaft versucht, die Fehler einzelner wieder auszubügeln - das ist doch in Ordnung." Kampf und Leidenschaft ist aber nur die eine Seite, Schäfer kennt auch die andere: "Wir müssen zusehen, dass wir punkten." Gegen Mannheim fehlt letztmals der gesperrte Uwe Rösler, für ihn ist Ciric erneut erste Wahl. Zu einem mehrtägigen Probetraining hält sich bei TeBe derzeit der Nigerianer Emmanuel Ebiede (23) auf. Der Mittelfeldspieler stand zuletzt beim SC Heerenveen unter Vertrag. "Ein sehr guter Mann, den ich genau beobachten werde", so Schäfers erster Eindruck.

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