Berlin : Überraschungssieger beim Sechstagerennen

Der 36-jährige Berliner Guido Fulst hat mit seinem Partner Leif Lamparter das Berliner Sechstagerennen für sich entschieden. So spannend wie 2007 war es noch nie.

Berlin - Mit einer Riesen-Überraschung ist in der Nacht zum Mittwoch das 96. Berliner Sechstagerennen zu Ende gegangen. Der 36 Jahre alte Berliner Guido Fulst und sein 12 Jahre jüngerer Partner Leif Lamparter aus Schwaikheim sicherten sich mit einer mutigen Attacke kurz vor Ende der letzten Jagd einen Rundengewinn und damit den Gesamtsieg vor den Favoriten Robert Bartko/Andreas Beikirch und Bruno Risi/Franco Marvulli aus der Schweiz. Auf Platz vier kamen die ebenfalls eine Runde zurück liegenden Niederländer Danny Stam/Peter Schep vor Olaf Pollack/Iljo Keisse (Belgien) mit zwei Runden Rückstand.

Eine derart spannende letzte Jagd hat es im Velodrom an der Landsberger Allee noch nicht gegeben. Schließlich lagen zwei Tage lang die Favoriten runden- und punktgleich vorn und bekämpften sich mit Haken und Ösen, jeder Rundengewinn der Kontrahenten wurde mit eigenen Attacken und gewonnenen Plusrunden gekontert. Fünf Mal warfen Fulst/Lampater zur Freude der wiederum mit 12.000 Zuschauern ausverkauften Halle den Fehdehandschuh und fuhren dem Feld davon. Ebenso oft egalisierten Bartko/Beikirch, Risi/Marvulli und Stam/Schep die erzielten Rundengewinne. Die Generations-Kämpfe sorgten für sportliche Topleistungen auf der Bahn.

Durchschnittsgeschwindigkeit von über 55 km/h

"Risi und Bartko haben sich beharkt, wir konnten das 20 Runden vor Schluss nutzen und kamen allein weg", sagte der zweimalige Olympiasieger Fulst. "Das hat zum Glück geklappt, denn wir wussten, dass es im Punktesprint am Ende viel schwerer wird", ergänzte Lampater, der sich nun mit Fulst auf den Bahn-Vierer bei der Weltmeisterschaft im März in Mallorca vorbereitet. Dann übrigens gemeinsam mit Robert Bartko. "Als ich sah, dass Marvulli Schwierigkeiten hat, war das wie ein Kommando: Jetzt oder nie", schilderte Lampater die entscheidende Situation.

In den sechs Tagen sorgten die Mannschaften in der Summe aller Wettbewerbe für einen Geschwindigkeits-Durchschnitt von über 55 km/h - so schnell war noch nie ein Rennen in Berlin. Bei den Sprintern sicherte sich der Schweriner Stefan Nimke den Turniersieg. Im Finale setzte er sich gegen den Berliner Maximilian Levy, den fünfmaligen Junioren-Weltmeister, durch. Zum zehnten Mal war der Berliner Ex-Weltmeister Carsten Podlesch im Velodrom der dominierende Steher. (tso/dpa)

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