Berliner HC : Bayern München des Hockey

Zum Bundesliga-Rückrundenstart will der Berliner HC sein gutes Image im Hockey pflegen. „Wir sind der klare Favorit“, sagt Olympiasiegerin Natascha Keller.

Milan Jaeger

Mit einem Berliner Derby startet am Samstag die Hockey-Bundesliga der Frauen in die Rückrunde. Der Aufsteiger TuS Lichterfelde empfängt mit dem Berliner HC „das Bayern München des Frauen-Hockey“, wie Horst Buhr, früherer Team-Manager der Frauen und heute so etwas wie der Sportdirektor, seinen Verein bezeichnet. Lichterfelde hat also einen denkbar schweren Rückrundenauftakt erwischt. Der amtierende Meister BHC will im Lokal-Derby (12 Uhr, Leonorenstraße) den ersten Schritt in Richtung Titelverteidigung machen.

In der jungen Mannschaft will Natascha Keller, die Olympiasiegerin von 2004, weiter erfolgreich spielen und peilt die WM-Teilnahme 2010 in Argentinien an. „Im hockeybegeisterten Argentinien zu spielen, ist immer etwas ganz Besonderes“, sagt die 32-Jährige. Eine ähnliche Begeisterung vermisst sie in Deutschland, auch wenn die internationalen Erfolge der Frauen und der Männer des Deutschen Hockey-Bundes einen leichten Aufwärtstrend verursachten.

Zumindest auf Vereinsebene fristet Hockey bei den Frauen und den Männern weiter das triste Dasein einer Randsportart. Selbst der so erfolgreiche BHC kann zu seinen Heimspielen selten mehr als ein paar hundert Zuschauer locken. Und beim heutigen Derby wird das wohl nicht anders sein. Der Vereinsvorsitzende des TuS Lichterfelde, Hans-Peter Metter, hat eigens für das heutige Spiel gegen den BHC eine Plakataktion initiiert. Denn Lichterfelde wollten bisher noch weniger Zuschauer sehen.

Vielleicht können die Gastgeber ja zumindest für eine sportliche Überraschung sorgen. „Normalerweise ist der BHC klarer Favorit, aber an einem guten Tag kann alles passieren“, sagt Metter. Momentan hat der Tabellensiebte fünf Punkte Rückstand auf den vierten Platz. Die ersten vier Teams spielen in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft, doch das Lichterfelder Saisonziel bleibt der Klassenerhalt.

Auch wenn die Frauen des Berliner HC mehr Erfolge vorzuweisen haben – sie wurden im Feldhockey 2005, 2006 und 2008 Deutscher Meister – wollen die Männer des Vereins heute ebenso ihren Teil zum guten Image des Klubs beitragen. Friedel Stupp, Männer-Trainer des BHC, sagt vor dem Spiel gegen den Düsseldorfer HC (15 Uhr, Wilskistraße): „Wir haben noch zwei Spiele und brauchen noch einen Punkt, um ins Viertelfinale zu kommen.“

Die ersten Acht der Bundesliga spielen in der Endrunde den Deutschen Meister aus, während die Mannschaften auf den Plätzen neun bis zwölf in die Abstiegsrunde kommen. „Unser Ziel ist das Viertelfinale, dann sehen wir weiter“, sagt Stupp. Vor dem Spiel der Männer findet ein Fest zum Rückrundenauftakt statt. Mit einem bunten Rahmenprogramm hofft der Verein, eine vierstellige Besucherzahl zu erreichen. Das wäre dann sogar der größte Erfolg, den der BHCan diesem Wochenende feiern könnte.

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