Berliner Sechstagerennen : Favorit Marcel Kalz vermisst sein Rad

Vor ein paar Wochen wurde Marcel Kalz sein Spezialrad gestohlen. Auf einer Ersatzmaschine gewann er dennoch zuletzt bei den Sixdays in Bremen. Doch seither schmerzt es ihn an einer empfindlichen Stelle.

Sitzschmerz. Kalz leidet unter Beschwerden in diesen Tagen.
Sitzschmerz. Kalz leidet unter Beschwerden in diesen Tagen.Foto: Imago/Stiehl

Als Berliner ist man es gewohnt, dass einem ab und an ein Fahrrad abhanden kommt. Und der Berliner Marcel Kalz hätte es auch nicht als tragisch empfunden, wäre ihm ein ganz normales Rad geklaut worden. Doch Marcel Kalz ist einer der besten Bahnradfahrer Deutschlands und die Diebe, die vor eineinhalb Wochen seine Kellertür mit einem Bolzenschneider aufbrachen, klauten sein Spezialrad im Wert von circa 7000 Euro.

„Ich bin eigentlich keiner, der groß an seinem Rad hängt. Aber in dem Fall hatte es schon symbolischen Wert“, sagt Kalz. „Mit diesem Rad habe ich vor zwei Jahren das Sechstagerennen in Berlin gewonnen und ich wollte damit auch dieses Jahr im Velodrom starten.“ Kalz bat in einem Facebook-Post um Hilfe. „Wenn jemand was sieht, bitte kontaktiert mich umgehend“, schrieb er. Gemeldet hat sich bis heute aber niemand. „Es wird sich wahrscheinlich auch keiner mehr melden“, glaubt er.

Kurvendruck und wenig Schlaf

Es spricht in jedem Fall für die Qualitäten des 29-Jährigen, dass er mit einem Ersatzrad die zwei Tage nach dem Einbruch beginnenden Sixdays in Bremen mit seinem belgischen Partner Iljo Keisse gewann. „Ich bin glücklich, vor allem aber tut mir mein Hintern weh“, sagt Kalz. Es ist ein brutales Programm, das er in diesen Tagen absolviert. Am Dienstag siegte er in Bremen, zwei Tage später stand das Sechstagerennen in Berlin an. „Der Kurvendruck bei einer solchen Veranstaltung ist enorm. Das geht ins Gesäß“, sagt Kalz. „Ich hoffe, dass die kurze Pause gereicht hat, um regeneriert an den Start zu gehen. Viel Schlaf hatte ich jedenfalls zuletzt nicht.“

Bei Sechstagerennen ist meist nicht vor 23 Uhr Schluss. „Man kommt gegen zwei oder drei Uhr morgens ins Bett. Einschlafen ist dann meist gegen vier Uhr“, sagt er. Es ist offensichtlich: Sechstagerennen sind etwas für die ganz harten Jungs, und Marcel Kalz scheint einer der zähesten zu sein. Bereits fünf Mal siegte er bei einer solchen Bahnradsportveranstaltung.

Auch in Berlin, wo das Sechstagerennen am Donnerstag begann, ist er einer der großen Favoriten. Im Velodrom bildet er wieder mit dem Schwaben Leif Lampater ein Team. Und das Duo versteht sich offenbar gut. „Wir kennen uns schon lange. Deswegen ist für mich der Wechsel von Iljo Keisse zu Leif Lampater auch kein Problem“, sagt Kalz. „Wir wollen schon den Sprung aufs Podest schaffen“, sagt er. „Jetzt muss ich nur noch die wahnsinnigen Sitzbeschwerden in den Griff bekommen.“

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