Alba Berlin : Liebling der Fans

Philip Zwiener nutzt bei Alba Berlin seine Chance. Der Spieler gibt sich trotzdem bescheiden: Lieber wird er auf der Bank Meister als mit 20 Minuten Spielzeit auszuscheiden.

Helen Ruwald
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Zwiener -Foto: Promo

Berlin - Schon Anfang Februar haben die Fans in der Max-Schmeling-Halle Philip Zwiener frenetisch bejubelt. Am Applaus gemessen war sein 76:44 gegen die Köln 99ers der Höhepunkt des Pokal-Achtelfinals. Zwiener durfte nach wochenlangem Bankdrücken erstmals wieder aufs Feld, und weil das Spiel selbst eine Farce war, feierten die Basketballfans eben den 22-Jährigen und seine acht Punkte. Zwiener dürfte sich über den Liebesbeweis gefreut haben – entscheidend für den Spielverlauf war sein Einsatz freilich nicht.

Das war am Sonntag beim 83:68 des Tabellenführers Alba gegen den Deutschen Meister Bamberg anders. Diesmal galten die Sprechchöre einem Mann, der nicht nur zehn Punkte machte, sondern auch in der Defensive überzeugte und sich in 22 Minuten Spielzeit nahtlos ins Gefüge der Leistungsträger einordnete. Er trug dazu bei, dass Alba auch ohne die Verletzten Femerling und Rasic gut harmonierte. „Es ist wichtig, dass wir Spieler haben, die trotz ihrer schwierigen Rolle hart arbeiten und ihre Chance nutzen, wenn sie sie bekommen“, sagte Trainer Luka Pavicevic.

Zwiener, der in dieser Bundesligasaison im Schnitt rund neun Minuten spielt und 1,9 Punkte macht, sprach „von einem meiner besten Spiele für Alba. Ich freue mich, dass mir das gegen einen nominell starken Gegner gelungen ist.“

Sein Mannschaftskollege Julius Jenkins wunderte sich nicht über Zwieners Leistung. „Ich sage ihm immer: Entspann dich, wenn du aufs Feld kommst“, erzählte Jenkins – und am Sonntag gelang es Zwiener, diesen Rat umzusetzen. Er wirkte weder nervös noch übermotiviert wie das eine oder andere Mal in der Vergangenheit. „Wenn man auf der Bank schmort, will man oft in ein paar Sekunden alles zeigen, was man so lange nicht zeigen konnte“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi, „das bringt die Stabilität durcheinander.“ Gegen Bamberg aber „hat Philip auf seinem maximalen Level gespielt“.

Dass die Spieler, die von der Bank kommen, Impulse setzen können, könnte im Titelkampf entscheidend sein. Zwiener wäre aber auch mit wenig Spielzeit zufrieden: „Ich werde lieber auf der Bank Meister, als mit 20 Minuten Spielzeit im Halbfinale auszuscheiden.“ Helen Ruwald

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