Berliner Fußball : Spielausfälle: Winterpause wird verkürzt

Immer montags werfen wir einen Blick auf den Berliner Fußball. Heute: Schnee und Kälte stellen die Klubs vor große Probleme. Lesen Sie hier, wie Vereine und Verband mit widrigen Trainingsbedingungen und zahlreichen Spielausfällen umgehen.

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Immer montags werfen wir hier einen Blick auf den Berliner Fußball. Foto: promo
Immer montags werfen wir hier einen Blick auf den Berliner Fußball.Foto: promo

Während auf den Straßen und Gehwegen nicht mehr allzu viel vom Schnee übrig ist,  hält sich die weiße Pracht in Parks und auf Fußballplätzen wesentlich hartnäckiger. Wie schon im letzten Jahr macht der Winter damit den vielen Berliner Fußballvereinen schwer zu schaffen. Bereits zwei komplette Spieltage musste der Berliner Fußballverband (BFV) per Generalabsage ausfallen lassen, am Dienstag wird über eine mögliche Verlängerung über das kommende Wochenende hinaus entschieden. Damit wäre bereits frühzeitig die Winterpause eingeläutet, was bei den derzeitigen schlechten Trainingsbedingungen vielen Beteiligten vielleicht gar nicht so ungelegen käme.

Timo Szumnarski, Trainer des Berlin-Ligisten Hertha 03 Zehlendorf, geht von einer weiteren Absage aus, hält dennoch den Trainingsbetrieb seiner Mannschaft aufrecht. „Solange nichts offiziell abgesagt ist, müssen wir uns so auf die Spiele vorbereiten und den Fitnessstand halten wie immer“, so der Coach. Grundsätzlich darf auf Schnee gespielt werden, jedoch ist die Oberfläche nach ein paar Durchgängen meist so festgetreten, dass die Verletzungsgefahr zu hoch ist und der Platz gesperrt wird. So finden nur bei weichem Neuschnee vereinzelt Spiele auf schneebedecktem Platz statt, allerdings sind die Vereine auch darüber meistens nicht so erfreut. „Das sind reine Glücksspiele, die mit Fußball nichts zu tun haben“ meint Zehlendorf-Coach Szumnarski. Gerade Mannschaften, die einen technisch anspruchsvollen Fußball spielen, hätten hier einen Nachteil. Auf Schnee trainieren würde der Zehlendorf-Coach jedoch gerne, hat sich dafür sogar spezielle Spielformen überlegt, die Plätze an der Onkel-Tom-Straße dürfen derzeit aber allesamt nicht betreten werden.

Somit bleiben den Klubs nur zwei Möglichkeiten: Entweder man beschränkt sich auf Lauftraining, oder man versucht an eine der wenigen Sporthallen zu kommen. Die Hallen der Berliner Schulen sind jedoch für Jugendmannschaften reserviert und damit schon weitgehend ausgelastet. Hochkonjunktur haben daher in diesen Tagen die wenigen kommerziellen Sporthallen, in denen man gegen eine Stundengebühr einen der kleinen Indoor-Kunstrasenplätze mieten kann. Hertha 03 Zehlendorf hat dies bereits drei Mal in den letzten beiden Wochen getan, auch der SV Blau-Weiß aus Tempelhof hat sich einmal eine solche Trainingseinheit geleistet. Nur ist dies gerade für die kleineren Klubs mit leeren Kassen auf Dauer keine Alternative, bei Blau-Weiß musste die Miete z.B. aus der Mannschaftskasse gestemmt werden. So bleibt dann oftmals doch nur das Lauftraining, sicherlich nicht das Aufregendste für Amateurkicker, was man laut Blau-Weiß-Coach Tino Przibilla auch an der Trainingsbeteiligung merkt.

Mehr Probleme kommen auf die Vereine zu, wenn es im neuen Jahr darum geht, die ausgefallenen Spiele nachzuholen. Bis jetzt sind schon zwei komplette Spieltage sowie zahlreiche weitere Einzelspiele ausgefallen, für die Rückrunde kündigt sich also jetzt schon eine Terminknappheit an, und der Winter hat gerade erst angefangen. Ärgerlich ist dies vor allem dann, wenn „englische Wochen“ eingeführt werden müssen, die Nachholspiele also unter der Woche abends stattfinden.  Für viele berufstätige Spieler, Betreuer und Schiedsrichter kann da ein Auswärtsspiel, möglicherweise am anderen Ende der Stadt mit vielen Schwierigkeiten verbunden sein.

Um dies zu vermeiden, hat der BFV nun die Winterpause um zwei Wochen verkürzt und die beiden ausgefallenen Spieltage an den Wochenenden vor dem eigentlichen Rückrundenstart angesetzt – in der Hoffnung auf einen milden Januar. Wenn das Wetter mitspielt, wird somit also schon am 22./23. Januar wieder gespielt, dadurch wiederum verkürzt sich die Erholungspause. Szumnarski hatte z.B. ursprünglich vor, seinen Spielern bis ca. 10. Januar freizugeben, durch den vorgezogenen Rückrundenstart könne er aber maximal 3 oder 4 freie Tage über Sylvester und Neujahr gewähren. Sollte das Wetter auch im neuen Jahr nicht mitspielen und sollten sogar noch mehr Spieltage ausfallen, hätte man im Januar zwar mehr Pause, müsste sich dafür aber erneut auf eine lange und strapaziöse Rückrunde einstellen, wie schon im letzten Jahr.

 

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