Berliner Hockey : Die Nummer eins zittert

Berlins bestes Hockey-Team hätte in diesen Tagen allen Grund zur Nervosität. Jahrelang hat der Berliner Hockey-Club die Szene in der Stadt dominiert. Doch in dieser Saison sieht es anders aus.

Marvin Clignon

Berlins bestes Hockey-Team hätte in diesen Tagen allen Grund zur Nervosität. Jahrelang hat der Berliner Hockey-Club die Szene in der Stadt dominiert. Doch in dieser Saison sieht es anders aus: Vier Punkte steht das Traditionsteam in der Bundesliga der Männer hinter dem Lokalrivalen TC Blau-Weiss. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften ging bereits 2:1 zugunsten des Aufsteigers aus, nun steht am Sonnabend (14 Uhr, Waldmeisterstraße 10-20) die Rückrunden-Begegnung an.

Beim BHC wird der Verlust der Vormachtstellung innerhalb der Stadtgrenzen noch nicht befürchtet. „Nur weil eine Mannschaft eine Saison mit vier Punkten vor uns ist, heißt das noch nicht, dass es eine Wachablösung gibt. Dementsprechend sehe ich das ganz entspannt“, sagt BHC-Trainer Sebastian Zippel. „Klar, bei einem Derby sind immer besondere Emotionen auf dem Platz, aber wir möchten das nicht überbewerten.“

Zahlreiche Meisterschaften konnte der Klub in seiner langen Vergangenheit gewinnen, mehrere Nationalspieler wurden dort geformt. Es passt also nicht ins Bild, dass der Aufsteiger und titellose TC Blau-Weiss in der Tabelle vor dem BHC liegt. Trotz aktueller Personalsorgen gibt sich der Emporkömmling mutig. „Wir sind motiviert, unser Hinspiel gegen den BHC zu bestätigen und als Berliner Meister in die Winterpause zu gehen. Das ist ein Riesenanreiz“, sagt Zippels Trainerkollege auf Seiten von Blau-Weiss, Alexander Stahr.

Der Verein sieht die Chance, den mehrmaligen Meister langfristig zu ärgern. „Unser Ziel ist die Wachablösung. Wir wollen dem BHC in Zukunft auf Augenhöhe begegnen“, sagt Stahr. Dass dies nicht innerhalb einer Spielzeit geschehen kann, kalkuliert der Trainer ein. „Sie haben uns noch einiges voraus in Sachen wie Historie, Umfeld und Jugendarbeit. Aber wir holen auf und sind motiviert, auch in den nächsten Jahren einen guten Job zu machen.“

Abseits des Feldes pflegen beide Mannschaften freundschaftliche Kontakte, der Konkurrenzgedanke spielt also noch eine untergeordnete Rolle. „Wenn sich beide Vereine langfristig oben festsetzen, könnte das für den Hockeysport in Berlin eine Bereicherung werden“, sagt Zippel. Das sieht Stahr genauso: „So können vielleicht auch andere Sportfans zu dem Spiel gelockt werden.“

Es ist die letzte Begegnung, bevor die Feld- durch die Hallensaison unterbrochen wird.

Dort werden beide Vereine ihre Rivalität weiter pflegen können: Blau-Weiss trifft gleich zum Auftakt auf den BHC.

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