Berliner Pokalfinale : Gatow verpasst die Sensation

Gekämpft und trotzdem verloren: Der SC Gatow unterliegt dem höherklassigen Berliner Athletik Klub im Berliner Pokalfinale mit 0:2. Zwei umstrittene Standardsituationen gaben den Ausschlag.

Stefan Bröhl

Am Ende war es ein standesgemäßer Sieg: 2:0 setzte sich der Regionalligist Berliner Athletik Klub im Berliner Pokalfinale vor 1237 frenetischen Zuschauern mit einem 2:0-Sieg im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen den Berlin-Ligisten SC Gatow durch. Mag das Ergebnis noch souverän erscheinen, so überrascht der Spielverlauf umso mehr. Denn echte Torchancen hatte zunächst allein der SC Gatow. Nurdin Pitarevics Freistoß zwang BAK-Keeper Christoph Haker zu einer ersten Parade. Kurz nach der Pause landete ein Freistoß von Tim Binting auf dem Kopf von Gatows-Kapitän Nils-Peter Otto. Der traf aus Nahdistanz nur die Latte.

So kam es, wie es kommen musste. In der 77.Minute schoß Henning Lichte einen umstrittenen Freistoß an der 16-Meter-Linie unhaltbar in das Torwarteck ein.  Zwei BAK-Spieler hatten sich gegenseitig behindert, ein Gatower stand nur Spalier, was Schiedsrichter Andy Weissenborn aber anders sah. Neun Minuten später verwandelte BAK-Kapitän Murat Doymus einen ebenfalls umstrittenen Strafstoß ohne Probleme. Der eingewechselte Fabian Bechem sollte zuvor den ebenfalls eingewechselten BAK-Akteuer Ali Avcioglu am Trikot gezogen haben.

Lange Zeit hatte sich der BAK trotz spielerischer und technischer Überlegenheit allerdings schwer getan – es fehlte die letzte Genauigkeit im Spiel, zudem lieferte der SC Gatow kämpferisch eine herausragende Leistung ab. Der BAK fand kein Mittel gegen die gut sortierten Gatower und erarbeitete sich über die gesamte Spielzeit nicht eine klare Torchance aus dem Spiel. Gatow spielte in der Defensive ohne Schnörkel, kämpfte bis zum Umfallen und war offensiv mit Nadelstichen immer gefährlich. Auch nach dem 2:0 brach Gatow nicht ein und versuchte, wenigstens noch den verdienten Anschlusstreffer zu erzielen. Das erkannte auch BAK-Trainer Jens Härtel nach dem Spiel an: „Riesenrespekt an Gatow! Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn sie bei dem Lattenkopfball in Führung gehen. Gatow hat uns alles abverlangt. Insgesamt geht der Sieg aufgrund der höheren Spielanteile aber in Ordnung. Wir haben mit dem siebten Platz in der Regionalliga und dem Pokalsieg eine gute Runde gespielt“.

Auf unserer Berlin-Sport-Seite werfen wir regelmäßig einen Blick auf den Berliner Fußball.
Auf unserer Berlin-Sport-Seite werfen wir regelmäßig einen Blick auf den Berliner Fußball.Foto: promo

Gatow-Coach Steffen Borkowski erwies sich als fairer Verlierer: „Glückwunsch an den BAK. Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert. Die Mannschaft hat alle Vorgaben bis ins letzte Detail  umgesetzt und nicht eine echte Torchance für den BAK aus dem Spiel heraus zugelassen.“  Ein bisschen haderte Borkowski aber doch mit dem Spielverlauf: „Schade, dass zwei Schiedsrichter-Entscheidungen den BAK so begünstigt haben. Den Freistoß vor dem 1:0 kann man nicht geben, da rennen sich zwei BAK-Spieler um. Die Elfmeterentscheidung kann ich aus meiner Position nicht beurteilen.“
Nach dem Pokalsieg 2009/2010 war es bereits der zweite Endspielsieg für den Berliner Athletik Klub.

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