Berliner Pokalfinale : Gatows Hobbytruppe träumt vom Pokal

Im Berliner Pokalfinale will die Sechstligatruppe vom SC Gatow die Profis vom Berliner Athletik Klub ärgern. Dafür wurde sogar ein Mannschaftsbus beschafft.

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Besondere Anlässe rechtfertigen besondere Auftritte. Da darf es ruhig ein bisschen protzig sein. Für die Anfahrt zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der Cantianstraße haben sich die Fußballer des SC Gatow einen Mannschaftsbus gemietet. Dabei sind es vom eigenen Vereinsheim zum Stadion nur 23 Kilometer. Professionell soll die Anreise wirken. Nur nicht kleiner machen, als man ohnehin schon ist.

Kaum ein Experte, der den Hobbykickern aus Spandau heute eine Chance einräumt beim Endspiel um den Berliner Pokal (15 Uhr). Gegner dort ist der Berliner Athletik Klub, kurz BAK, der nach Hertha BSC und dem 1. FC Union ranghöchste Fußball-Klub der Stadt. Die Weddinger haben in der abgelaufenen Regionalliga-Saison einen beachtlichen siebten Platz belegt. Ganz anders die Situation beim SC Gatow. In der sechsten Liga läuft die Serie noch, der SC Gatow befindet sich in großer Abstiegsgefahr. Auch deshalb sagt Trainer Steffen Borkowski. „Unsere Chancen belaufen sich vielleicht auf um die zehn Prozent.“ Seine Mannschaft setzt sich aus Studenten, Polizisten oder Ingenieuren zusammen, trainiert wird dreimal pro Woche nach Feierabend.

So oft hält der BAK seine Einheiten mitunter am Tag ab, denn in in der vierten Liga herrscht inzwischen Profitum in Deutschland. Der BAK hat den Berliner Pokal bereits 2010 gewonnen, Gatow steht zum ersten Mal im Endspiel. Der Sieger darf zur Belohnung im DFB-Pokal antreten, 100 000 Euro wären dann als Prämie garantiert. „Das würde unseren Verein auf Jahre hinaus absichern“, sagt Borkowski. Allein die Finalteilnahme wertet der Trainer als großen Erfolg. „Allerdings hatten wir auch Losglück.“ Meist kamen die Gegner aus unteren Ligen, Gatow musste nie gegen höherklassige Mannschaften antreten. Der BAK auch nicht, denn... es gab keine. Hertha und Union dürfen beim Berliner Pokal als Vertreter der oberen zwei Ligen nicht teilnehmen.

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