Berlin-Sport : Der Torwütige

Keiner trifft bei Union so oft wie Daniel Teixeira

Matthias Koch

Detlef Schneeweiß hat nachgeholfen. Der Mannschaftsleiter des Fußball-Oberligisten 1. FC Union machte sich beim Schiedsrichtertrio für Stürmer Daniel Teixeira stark. Im Spielberichtsbogen der Partie gegen den BFC Preussen (3:1) ist der Brasilianer nun offiziell als zweifacher Torschütze vermerkt, obwohl beim 1:1-Ausgleichstreffer der Köpenicker noch ein Preussen-Spieler am Ball war. Genau genommen hat der 37 Jahre alte Teixeira derartige Schützenhilfe nicht nötig. Am Freitag erzielte der Brasilianer im neunten Meisterschaftsspiel auf jeden Fall seinen zwölften Treffer. Über das 13. Tor wird in den nächsten Tagen sicher noch gestritten werden. So oder so ist Teixeira damit Torjäger Nummer eins in der NOFV-Oberliga Nord.

Dabei ist der Stil des Brasilianers nicht besonders spektakulär. Der Schnellste ist er auf dem Fußballplatz nicht, aber er ist fast immer am rechten Platz, wenn sich die Chance auf einen Torschuss bietet. Nicht zuletzt daher ist Daniel Teixeira ist Publikumsliebling beim 1. FC Union. Die 18 Tore, mit denen er die Berliner bei seinem ersten Gastspiel im Frühjahr 2001 in die Zweite Bundesliga schoss, sind bei den Fans unvergessen. Trotzdem blieb Teixeira damals nur ein halbes Jahr in Berlin. Der damalige Union-Präsident Heiner Bertram wollte Teixeira nicht für eine Million Mark vom KFC Uerdingen ablösen. Der Stürmer musste gegen den Willen der Fans gehen. Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel und Rot-Weiß Essen hießen die weiteren Stationen vor seinem Comeback in Berlin, das er in der laufenden Saison hatte.

Oft wird der in Belo Horizonte geborene Stürmer auf sein für einen Fußballprofi stattliches Alter hingewiesen. Teixeira stört sich daran nicht. „Wenn man große Lust auf Fußball hat, ist das Alter unwichtig. Ich bin noch heiß wie ein junger Fußballer“, sagt er. Für den ganz großen Durchbruch ist er aber wohl zu spät nach Deutschland gekommen. „Ich war schon 31 Jahre alt, als ich nach Uerdingen wechselte.“ Trotz vereinsübergreifender Popularität und Treffsicherheit reichte es danach „nur“ zu 31 Zweitligaspielen, in denen er sechsmal traf, und zu 91 Spielen in der Regionalliga, in denen er immerhin 68 Tore erzielte.

Vor vier Jahren stand Teixeira kurz vor dem Aufstieg in die Erste Bundesliga – ohne es mitzubekommen. Dies erfuhr der Torjäger kürzlich auf der Geburtstagsfeier seines ehemaligen Essener Mannschaftskollegen Sidney in Cottbus, der jetzt für den FC Energie spielt. „Der frühere Cottbuser Stürmer Franklin hat mir erzählt, dass es im Sommer 2001 ein Angebot der Cottbuser an Uerdingen gegeben haben soll“, sagt Teixeira.

Das ist Geschichte. Die Gegenwart heißt 1. FC Union. Bis zum Sommer 2007 will Teixeira noch Tore für die Köpenicker schießen. Danach hofft er auf eine Anstellung in der Geschäftsstelle des Klubs. Die Chancen stehen wohl nicht schlecht „Konkret festgelegt ist das nicht. Aber es stünde jedem Verein gut zu Gesicht, so einen Mann in seinen Reihen zu haben“, sagt Unions Präsident Dirk Zingler. „Daniel Teixeira ist ein vorbildlicher Sportler, auch außerhalb des Platzes“, sagt er. Zunächst einmal soll Teixeira aber dem 1. FC Union helfen, in die Regionalliga zurückzukehren. Nichts anderes erwartet auch Präsident Zingler, der damit rechnet, dass Teixeira in dieser Saison die Marke von 30 Toren übertrifft.

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