Eishockey : Auf dem Sprung

Die Eisbären setzen auf ihren Eishockey-Nachwuchs. Verantwortlich dafür ist seit dieser Saison ein alter Hase mit neuem Job: Derek Mayer.

Berlin Erst zwei Trainingseinheiten haben die Eisbären nach der Sommerpause absolviert, umso mehr erstaunt die erste Zwischenbilanz. „Ich bin beeindruckt von der Fitness und Spritzigkeit der Spieler“, sagte Cheftrainer Don Jackson. „Dieses Niveau müssen wir halten.“

Offensichtlich haben sich die Profis gewissenhaft auf die neue Saison vorbereitet. Nach dem enttäuschenden neunten Platz in der Vorrunde und dem Ausscheiden in den Vor-Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) vergangene Saison stand die anschließende Urlaubsplanung ganz im Zeichen der Wiedergutmachung. Vor der Abreise legten alle Spieler dem Trainergespann individuelle Trainingspläne vor – nur in Einzelfällen musste nachgebessert werden. „Die Spieler haben sich im Sommer professionell verhalten“, sagt Kotrainer Hartmut Nickel.

Doch bevor die Saison mit zwei schweren Spielen gegen Meister Adler Mannheim und die Kölner Haie beginnt, haben die Eisbären in der Defensive Probleme; nur sechs Verteidiger stehen derzeit zur Verfügung. „In zwei Monaten werden wir sehen, ob der Kader gut genug ist“, sagt Don Jackson. „Ich will nur das Positive sehen. Noch haben die Spieler genug Zeit, sich zu beweisen.“ Und sollte sich die Qualität des Kaders wider Erwarten doch als unzureichend entpuppen, haben die Berliner für Plan B die jungen Talente aus der Oberligamannschaft. „Die Jungs können jederzeit nachrücken“, sagt der zweite Kotrainer Tomlinson.

Verantwortlich für den Nachwuchs ist seit dieser Saison ein altes Gesicht mit neuem Job: Derek Mayer. Von 1996 bis 2001 spielte der Verteidiger für die Eisbären, nun soll sich seine Erfahrung in der Oberliga auszahlen. „Er kann den Jungen in der Defensive eine Menge beibringen“, sagt Tomlinson. Anstatt dem branchenüblichen Reflex zu gehorchen, gestandene ausländische Profis zu verpflichten, geben die Berliner lieber jungen deutschen Spielern den Vorzug. „Das gegenwärtige Ziel ist der Klassenerhalt. Für die Zukunft aber ist eine gezielte Förderung der deutschen Spieler das Beste für den Verein“, sagte Mayer.

Knapp einen Monat vor dem DEL-Start wähnen sich die Eisbären auf einem guten Weg. Die Fitness der Spieler, die letztes Jahr noch stark angezweifelt wurde, scheint zu stimmen, der Nachwuchs ist auf dem Sprung zu den Profis – fehlt nur noch der Umzug in die hochmoderne Arena am Ostbahnhof. Den gibt es aber erst im September 2008.

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