Berlin-Sport : Fast wie früher

Nach schlechtem Saisonstart hat der BFC Dynamo zum Erfolg zurück gefunden

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„Bodo, wink einmal!“, riefen die Fans, und Bodo tat ihnen den Gefallen. Der einstige DDR-Nationaltorhüter und heutige Kotrainer des BFC Dynamo, Bodo Rudwaleit, winkte mit seinen Pranken. Beim Fußball-Oberligisten und ehemaligen DDR- Spitzenklub BFC Dynamo war es am Samstag fast wie früher. Nach dem 2:0-Sieg gegen Greif Torgelow brachten einige die 523 Zuschauer sogar mehrere Laola-Wellen zustande.

Die freudige Erregung im Sportforum Hohenschönhausen hatte ihre Berechtigung. Der sechste Platz zur Winterpause kommt nach dem katastrophalen Saisonstart einer kleinen Sensation gleich. Die ersten fünf Spiele hatte der BFC verloren; nach dem peinlichen 0:8 beim ungeliebten Lokalrivalen 1. FC Union wurde zudem Trainer Jürgen Piepenburg gegen seinen Kotrainer Rajko Fijalek ausgetauscht.

Fijalek führte das Team zum Erfolg zurück. Seit zehn Punktspielen ist Dynamo ohne Niederlage. Der Sieg gegen Torgelow, den Treffer von Danny Kukulies (13.) und Robert Rudwaleit (36.) sicherten, lässt auf eine erfolgreiche Rückrunde hoffen. „Jetzt wollen wir wieder unter die ersten fünf“, sagte Präsident Mario Weinkauf.

Dieses Ziel, das eigentlich schon vor dem Saisonstart ausgegeben wurde, war zwischenzeitlich auf den reinen Klassenerhalt reduziert worden. Im Gegensatz zum Vereinsboss möchte Erfolgstrainer Fijalek diesen Zickzackkurs jedoch nicht mitmachen. „Ganz schnell kann es wieder nach unten gehen“, sagt Fijalek. Der 32-Jährige gehört zu den ruhigen Vertretern seines Berufsstandes. Für ihn ist wichtig, dass die Mannschaft auf einem einstelligen Tabellenplatz steht und die Spieler pünktlich bezahlt werden. Nur so könnten langfristig starke Neuzugänge ins Sportforum gelockt werden.

In dieses Bild passt natürlich nicht der Abgang von Stürmer Danny Kukulies. Der 25-Jährige wechselt in der Winterpause zum Herbstmeister MSV Neuruppin. „Die Fans werden mir fehlen. Aber in Neuruppin sehe ich größere Chancen, höherklassig zu spielen“, sagt Kukulies. Der Wechsel des mit sechs Saisontoren besten BFC-Goalgetters lässt auch Präsident Mario Weinkauf umdenken. In Zukunft soll die zur Freigabe berechtigende Summe in Spielerverträgen höher sein. Für Kukulies muss der MSV Neuruppin lediglich 5000 Euro zahlen.

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