Nach der Meisterschaft : BR Volleys vor dem nächsten Schritt

Die BR Volleys wollen die Popularität ihrer Sportart weiter steigern. Der auf dramatische Weise errungene Meistertitel ist dabei Motivation und Herausforderung gleichermaßen.

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Europa, wir kommen. Die Spieler der Volleys feiern ihren rasanten Aufstieg zum deutschen Volleyballmeister.
Europa, wir kommen. Die Spieler der Volleys feiern ihren rasanten Aufstieg zum deutschen Volleyballmeister.Foto: dpa

An der Eingangstür der Unterhachinger Halle klebte ein Zettel: „Das Spiel am Sonntag ist ausverkauft." Bei einer Halle mit offiziell 1512 Plätzen sagt das erstmal nicht viel aus. Der Kartenverkauf für das fünfte, das entscheidende Finalspiel um die deutsche Volleyball-Meisterschaft, das Duell Haching – BR Volleys, wurde im Internet am vergangenen Dienstag um 21 Uhr frei geschaltet, am Mittwochfrüh waren alle Tickets weg. Das sagt schon mehr aus. Und am meisten sagt aus, was Hachings Manager Josef Köck gegen den Lärm der siegestrunkenen Volleys-Fans und -Spieler anschrie: „ARD, ZDF und Sport1 hatten sich angesagt, so ein Medieninteresse gab es noch nie.“

Im Hintergrund spritzte Volleys-Außenangreifer Björn Höhne aus einer riesigen Sektflasche auf seinen Teamkollegen Tomas Kmet. Die Volleys waren gerade Deutscher Meister geworden, nach einem packenden 3:2 (31:29, 22:25, 21:25, 25:18, 16:14)-Sieg. Volleyball löst sich medial aus der Nische Randsportart, das hat sich am Sonntag gezeigt. Der Spielbeginn wurde extra um eine halbe Stunde vorverlegt, eine TV-Station wollte unbedingt zeitnah über dieses Finale berichten.

Und dann lief in der Halle ein Film ab, für den es ein geheimes, auf maximale Spannung und größtmögliche Dramatik abgezieltes Drehbuch, eine Inszenierung von Fernsehen und Mannschaften gegeben haben muss, anders hätte man sich diese Show zeitweise fast nicht erklären können. 131 Minuten Volleyball mit spektakulären Szenen, eine Hachinger Mannschaft, die zwei Matchbälle vergab und deren Spieler danach ins Leere blickten, eine Berliner Mannschaft, die unmittelbar vor dem Aus stand und dann doch das Spiel drehte. Selbst die Rolle des Bad Guy war besetzt: Volleys-Mittelblocker Felix Fischer erntete bei jeder seiner Ausgaben ein Pfeifkonzert. Er hatte die Haching-Fans nach dem ersten 3:0-Heimsieg der Volleys im Finale mit dem Spruch provoziert, es habe Spaß gemacht, Haching zu demütigen. Später behauptete Fischer wahrheitswidrig, er sei falsch zitiert worden.

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