Sport : Beruhigende Waldläufe

Unions Trainer Votava geht mit frischem Mut an die Aufgabe gegen LR Ahlen heran

Ozan Sakar

Berlin. Mirko Votava ist derzeit froh, Trainer des 1. FC Union zu sein. „Also, wie die gestern in die Zweikämpfe gegangen sind, das war schon kläglich. So kann man natürlich nichts gewinnen“, sagte der Coach am Donnerstag und schien sichtlich erleichtert, seine Analyse auf Fehler einer anderen Mannschaft zu beziehen. Der frühere Werder-Profi sprach nämlich von Hertha BSC, und von deren Pokal-Desaster in Bremen am Vorabend. „Man muss sich in den Zweikämpfen clever verhalten. Genau das erzähle ich immer meinen Jungs“, sagte Votava.

Die Jungs scheinen zu verstehen, was er meint, denn sie spielen seit Wochen (außer beim 0:3 in Nürnberg) wieder erfolgreichen Fußball und haben im letzten Spiel beinahe den Tabellendritten Oberhausen in dessen Stadion geschlagen. Doch den Berlinern wurden zwei Treffer aberkannt, was ihren Coach in Rage brachte, die er anschließend auf der Tribüne abreagieren durfte. Doch das ist vergessen. „Ich habe meine Wut bei Waldläufen abgebaut“, sagte der Trainer der Eisernen, der dem heutigen Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten LR Ahlen (15.00 Uhr, Alte Försterei) optimistisch entgegensieht. Denn laut Votava spielt sein Team momentan nicht besser, als in den Phasen, in denen der 1. FC Union noch am Tabellenende stand, aber immerhin würden jetzt wenigstens die Punkte eingefahren. „Vielleicht ist die Mannschaft nach den Vorkommnissen in der Vereinsführung näher zusammengerückt.“

Eine Vermutung, mit der sich auch Mannschaftskapitän Steffen Baumgart anfreunden kann: „Die Mannschaft hat bereits im letzten Jahr eine ,Jetzt-erst-recht-Reaktion’ gezeigt – nach den Diskussionen um Gehaltskürzungen. Das ist diesmal ähnlich. Auch können wir Ausfälle im Moment einfach besser kompensieren.“ Und diese gibt es trotz der Rückkehr der Spieler Sreto Ristic, Silvio Pätz und Daniel Ernemann immer noch. Denn Spielmacher Kostadin Widolow wird hartnäckig von Muskelbeschwerden geplagt. Aber egal, wie der 47-jährige Fußballlehrer Votava seine Mannschaft für Sonntag einstellt; am wichtigsten wird für ihn sein, dass sie nicht so spielt, wie die derzeit so angeschlagene Hertha.

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