Sport : Besitz von Dopingmitteln bleibt offenbar straffrei

Friedhard Teuffel

Berlin - Der Besitz von Dopingmitteln wird wohl auch künftig nicht strafrechtlich verfolgt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zwar noch vor einigen Wochen laut über eine solche gesetzliche Regelung nachgedacht, doch nach einem Gespräch mit Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ist er offenbar davon abgerückt. „Die Auffassung des DOSB zur Besitzstrafbarkeit nehme ich als Signal zur Kenntnis“, ließ Schäuble mitteilen, „mir ist wichtig, dass wir uns mit staatlichen Maßnahmen weder vom Sport noch international abkoppeln.“ Das DOSB-Präsidium lehnt die so genannte Besitzstrafbarkeit ab, Schäuble will sich gegen diese Auffassung seiner Mitteilung zufolge nicht durchsetzen.

Den Besitz von Dopingmitteln unter Strafe zu stellen, wäre eine der härtesten Maßnahmen, die der Staat gegen Doping ergreifen könnte. Es würde bedeuten, dass Polizei und Staatsanwaltschaften viel intensiver als jetzt die Athleten ins Visier nähmen und nicht wie bisher vorwiegend Trainer, Sportärzte und Dealer.

Erst kürzlich hatte eine vom DOSB-Präsidium berufene Expertenkommission empfohlen, den Besitz von Dopingmitteln nicht unter Strafe zu stellen. Nur der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada), Roland Augustin, soll sich für die Besitzstrafbarkeit ausgesprochen haben. Michael Vesper, der Generaldirektor des DOSB, bezeichnete die Nada zwar am Donnerstag als „unser Kompetenzzentrum in Sachen Doping“. Dennoch sagte er: „Die wirksamste Bekämpfung des Dopings sind immer noch mehr Kontrollen und eine Sperre der überführten Sportler.“

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