Sport : Betrügen schwer gemacht

Benedikt Voigt

Es war das Bild der vergangenen Handball-Weltmeisterschaft: Heiner Brand stürmt mit hochrotem Kopf auf die Schiedsrichter zu, holt mit dem rechten Arm aus und ballt die Hand zur Faust. Zugeschlagen hat der deutsche Bundestrainer nicht, aber seine Wut über die Unparteiischen, die einen Freiwurf so oft wiederholen ließen, bis die Spielzeit fast abgelaufen war, ließ sich auch ohne eine rechte Gerade nachempfinden. Im Basketball, Eishockey oder Football wäre Heiner Brand nicht so wütend geworden. Da wird die Spielzeit gestoppt.

Der Einfluss der Schiedsrichter im Handball ist groß. Zu groß, das fällt in diesen Tagen besonders auf, da der Sport in Deutschland mit gleich zwei mutmaßlichen Manipulationsskandalen zu kämpfen hat. Warum beurteilen im Handball die Schiedsrichter, wann die Uhr angehalten wird? Die Zeit könnte doch auch nach jedem Ausball und Freiwurf automatisch gestoppt werden, wenigstens in den letzten zwei Spielminuten. Und warum entscheiden die Schiedsrichter nach eigenem Gefühl auf Zeitspiel? Und nicht eine objektive 24-Sekunden-Uhr wie im Basketball? Auch die Regeln zu Schritten, Tippen oder dem Sprung in den Wurfkreis sind verbesserungsfähig. Brand fordert sogar die Einführung von Profischiedsrichtern. Auch das könnte helfen.

Klar ist aber auch: Regeländerungen können Betrug nicht verhindern. Die Profibasketballliga NBA hat unlängst einen Profischiedsrichter der Manipulationen überführt. Wer betrügen will, wird betrügen. Aber man muss es so schwer wie möglich machen.

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