Biathlon : Weltverband regt Neuordnung der Dopingverfahren an

Die Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle hat das deutsche Olympia-Team in Sotschi erschüttert. Am Dienstag wird der Fall der Biathletin vor dem CAS verhandelt. Der Biathlon-Weltverband regt eine Neuordnung der Doping-Verfahren an.

Die lange Zeit bis zum Urteilsspruch löste nicht nur bei Evi Sachenbacher-Stehle Verwunderung aus.
Die lange Zeit bis zum Urteilsspruch löste nicht nur bei Evi Sachenbacher-Stehle Verwunderung aus.Foto: dpa

Als Konsequenz aus der Olympia-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle hat der Biathlon-Weltverband IBU eine Neuordnung der Doping-Verfahren angeregt. Ziel ist es, schneller zu urteilen. „Die Zweiteilung des Verfahrens halte ich für wenig sachdienlich für alle Beteiligten“, sagte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch der Nachrichtenagentur dpa. „Es sollte bei positiven Fällen während der Olympischen Spiele bereits vor Ort ein abschließendes Verfahren des IOC geben, das mit den internationalen Verbänden durchgeführt wird“, forderte die Funktionärin.

Sachenbacher-Stehle war im Februar während der Olympischen Spiele in Sotschi nach Bekanntwerden ihrer positiven Dopingprobe zunächst durch die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees bestraft worden. Ihr war die Einnahme eines mit der verbotenen Substanz Methylhexanamin verunreinigten Nahrungsergänzungsmittels nachgewiesen worden. Erst am 16. Juli fällte das mit unabhängigen Experten besetzte Internationale Hearing Panel der IBU das Urteil. Die Skijägerin aus Reit im Winkl wurde für zwei Jahre gesperrt. Am Dienstag wird ihr Fall vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne verhandelt.

Die lange Zeit bis zum Urteilsspruch löste nicht nur bei Sachenbacher-Stehle Verwunderung aus. „Die Kritik kann ich gut nachvollziehen. Die Herausforderung lag darin, dass das Gremium vier Fälle gleichzeitig zu behandeln hatte, die alle dieselben Rechte auf zeitnahe Anhörung und Entscheidung hatten“, erklärte Resch.

Die ehemalige Weltmeisterin Jekaterina Jurjewa aus Russland war von der IBU wegen wiederholten EPO-Dopings für acht Jahre gesperrt worden. Die ebenfalls mit einem positiven EPO-Befund aufgefallene Russin Irina Starych war für zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen worden. Auch der Litauer Karolis Zlatkauskas war wegen EPO-Dopings mit einer Zweijahressperre belegt worden.

Die Panel-Mitglieder hätten ihr Bestes versucht, um die Beteiligten an allen vier Fällen so schnell wie möglich anzuhören, versicherte Resch. Das sei auch gelungen. „Die Entscheidung kam jedoch nicht so schnell wie erhofft. Dies war auf die starke berufliche Einbindung dieser freiwilligen Spitzenexperten des Panels zurückzuführen“, erklärte Resch. „Auch die IBU, die ja ebenfalls Partei in diesem Verfahren vor dem unabhängigen Panel war, hätte die Entscheidungen für alle vier Athleten gerne früher erhalten.“ Man müsse jedoch auch berücksichtigen, dass ein Verfahren ohne dieses Panel - direkt vor dem CAS - sicher auch nicht schneller abgelaufen wäre. (dpa)

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