Big Four - Die US-Sport-Kolumne : Erfolgreich am Rande

Erst mit 30 Jahren etablierte sich Bruce Bowen in der NBA - und hatte Erfolg, ohne ein großer Star zu sein. Die Rolle, die er bei den San Antonio Spurs innehatte, trägt mittlerweile einen eigenen Namen: "Three-and-D".

Marvin Clignon
Seine nische - die Ecke des Spielfelds: Bruce Bowen (v.).
Seine nische - die Ecke des Spielfelds: Bruce Bowen (v.).Foto: Imago

Basketballer, die in der NBA landen, sind zumeist jung und talentiert. Als Bruce Bowen sich in der besten Basketball-Liga der Welt etablierte, war er weder das eine noch das andere. Mit 30 Jahren nahmen ihn die San Antonio Spurs unter Vertrag. Zuvor hatte Bowen sich bei mehreren Teams bemüht, in der NBA Fuß zu fassen - vergebens. Bowen einen besonders talentierten Spieler zu nennen, wäre weit übertrieben.

Dennoch gewann der Flügelspieler im Verlaufe seiner Karriere mit den Texanern drei Meisterschaften, wurde fünf Mal zu den besten Verteidigern der Liga gezählt und war fast immer eine tragende Säule des Teams. Die Rolle, die er für die Mannschaft innehatte, trägt mittlerweile einen eigenen Namen. „Three-and-D“ fasst zusammen, wofür Spieler wie Bowen stehen: Defensiv durchaus begabt, kompromisslos und immer am besten Gegenspieler des Gegners hängend. Offensiv dagegen völlig unauffällig und mit einer einzigen Waffe ausgestattet: dem Dreipunktewurf. Im Falle von Bowen bevorzugt aus der Ecke des Spielfeldes.

„Three-and-D“ Spieler sind mittlerweile in jeder ambitionierten Mannschaft vorhanden. Die Miami Heat haben mit Shane Battier einen solchen Spezialisten in den eigenen Reihen, Dirk Nowitzkis Mavericks hatten bei der Meisterschaft 2011 DeShawn Stevenson. Vor einigen Jahren bemühten sich mehrere Vereine alljährlich um die Dienste von James Posey. Die New Orleans Hornets statteten ihn mit einem 25 Millionen Dollar Vertrag aus, nur weil er zuvor mit Miami und Boston Meister geworden war- als Defensivspezialist und guter Distanzschütze.

Spieler wie Stevenson, Bowen oder Battier übernehmen die Drecksarbeit, fügen sich in der Team-Hierarchie problemlos unter und belasten den Gehaltsspielraum so gut wie gar nicht. Gerne übernehmen sie auch die Schurkenrollen und bringen gegnerische Fans und Spieler zur Weißglut. Für die Trainer haben sie eine enorme Bedeutung, für die TV-Kameras jedoch nur bedingt. „Three-and-D“-Spezialisten sind in der Liga der Superstars nur eine Randnotiz. Das schmälert jedoch in keiner Weise ihren Wert für die Mannschaften.

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