• Big Four - Die US-Sport-Kolumne: In der Major League Baseball sitzt das Geld mal wieder locker

Big Four - Die US-Sport-Kolumne : In der Major League Baseball sitzt das Geld mal wieder locker

Ein 325 Millionen-Dollar-Vertrag für einen Spieler - eine Wahnsinnssumme, aber dennoch beinahe Normalität in der Major League Baseball. Winterzeit ist hier traditionell Shopping-Zeit. Und auf den Wunschzetteln steht noch viel mehr.

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Ausgesorgt mit 25. Giancarlo Stanton darf sich in den nächsten 13 Jahren über 325 Millionen US-Dollar freuen.
Ausgesorgt mit 25. Giancarlo Stanton darf sich in den nächsten 13 Jahren über 325 Millionen US-Dollar freuen.Foto: Reuters

Das Schöne am Baseball ist: es wird nie langweilig. Auch im Winter, wenn in der MLB nicht gespielt wird, passiert immer noch Aufregendes. Dann nämlich wird richtig Geld ausgegeben bei den Klubs. Zum Beispiel haben die Miami Marlins vor ein paar Tage stolz einen 13-Jahresvertrag über 325-Millionen-Dollar mit Outfielder Giancarlo Stanton verkündet. Ausgerechnet die Marlins, die bisher eher dadurch aufgefallen sind, ihre besten Spieler regelmäßig zu verscherbeln, bevor sie zu teuer werden. Nun setzen sie also ein Ausrufezeichen mit dem teuersten Deal in der Baseballgeschichte (und wohl in der Sportgeschichte überhaupt).

Das Problem: auch der beste Schlagmann allein reicht noch nicht aus, um damit eine Meisterschaft zu gewinnen - oder wenigsten darum mitzuspielen. Also muss Miami weiter einkaufen, wenn der Stanton-Vertrag mehr als nur ein PR-Coup gewesen sein soll. Ein detaillierter Blick auf die Vertragsdetails zeigt nämlich: Am Anfang ist der Kontrakt noch halbwegs normal - nach MLB-Standards. Richtig teuer wird Stanton erst später. Dann aber könnte er seine Ausstiegsklausel ziehen und anderswo anheuern. So muss es nicht kommen, auszuschließen ist das aber nicht. Fakt ist: Stanton zählt zu den Spielern mit der größten Perspektive in der Liga - und er ist erst 25 Jahre alt. Es gibt schlechtere Voraussetzungen, um ein Meisterteam aufzubauen.

Ein anderen Weg gehen die Boston Red Sox. Okay, auch hier wurde mächtig Geld in die Hand genommen. Genauer gesagt 183 Millionen US-Dollar. Die verteilen sich aber immerhin auf zwei neue Spieler. Pablo Sandoval wechselt von Meister San Francisco Giants nach New England, dazu holen die Red Sox Hanley Ramirez zurück nach Boston. Den Shortstop gaben sie einst am Anfang seiner Karriere zu den Marlins ab, nun kommt er über Umwege von den Dodgers und wird wohl auf einer neuen Position im Outfield spielen. Hier hat der in der Vorsaison abgestürzte Meister von 2013 jetzt ein Überangebot an Spielern. Da trifft es sich gut, dass die Red Sox noch den ein oder anderen Starting Pitcher brauchen. Die Heimholung von Jon Lester gilt als Wunschziel, könnte aber weitere 120 Millionen kosten. Dann vielleicht lieber einen Trade? Cole Hamels wäre sicher kein schlechter Kandidat und Tauschmasse ist ja nun genug vorhanden.

Die New York Yankees halten sich bisher zurück

Erstaunlich ruhig ist es bisher um die New York Yankees. Dabei haben die 2014 zum zweiten Mal in Folge die Play-offs verpasst. Normalerweise ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass jetzt richtig eingekauft wird in der Bronx. Oder sollten die Yankees diesmal womöglich Geduld haben und darauf setzen, das ihre zahlreichen Verletzten zurückkehren und die Mannschaft wieder auf das erwünschte Niveau heben? Dazu kommt ja auch der ehemals teuerste Spieler der MLB-Geschichte wieder ins Team. Alex Rodriguez hat seine Dopingsperre verbüßt und will noch einmal angreifen. Das kann in jedem Falle heiter werden. Schon das Springtraining verspricht da Spannung.

Und dann sind da ja auch noch die Los Angeles Dodgers. Die dürften ihre Titelträume nicht ohne Weiteres begraben haben. Nur weil ein Spieler geht (Ramirez), heißt das nicht, dass nicht andere kommen können. Schließlich verfügt der Klub dank des üppigen neuen TV-Vertrags ja über massig Geld. Die Frage ist, ob die Geduld bei ausbleibenden Erfolgen ähnlich groß ist. Wie gesagt: die Offseason im Baseball ist spannend und alle Jahre wieder ein Ereignis. Und das Beste daran ist: Bei allem Geldausgeben ist noch keine Mannschaft auf dem Papier Meister geworden.

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