Sport : Blumen statt Böller

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Friedhard Teuffel über die

Silvestergestaltung von Timo Boll

Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man meinen, die Silvesterbräuche seien von Sportlern erfunden worden. Denn wer so viel vom Glück und Pech lebt, der muss zu besondern Mitteln greifen: die bösen Verletzungsgeister mit reichlich Knallern vertreiben, sich einen Schornsteinfeger einladen und vielleicht noch einen Talisman aus Blei gießen. Timo Boll hat sich für eine andere Gestaltung dieses besonderen Tages entschieden. Er heiratet. Der 22 Jahre alte Tischtennisprofi begründet das so: Dann werde er seinen Hochzeitstag nie vergessen. Seine zukünftige Frau hat jedoch einen anderen Grund genannt: Es sei der einzige freie Tag in seinem Terminkalender gewesen.

Offensichtlich glaubt Boll daran, dass auch Heiraten Glück bringt. Mit Silvester hat er ohnehin gute Erfahrungen gemacht. Als das Jahr 2003 begann, rutschte er im Computer des Internationalen Tischtennis-Verbandes auf Platz eins der Weltrangliste. Das hatte vor ihm noch kein Deutscher geschafft. Dennoch sollte er den Einwand seiner zukünftigen Frau ernst nehmen. Weil er so viel mit seiner Tischtennistasche um die Welt reist, hat er kaum Zeit. Keine Zeit zum Erholen, weshalb er sich in diesem Jahr mit mehreren Krankheiten herumgeplagt hat. Auch zu seiner Hochzeit wird er nicht ganz ausgeschlafen sein, denn er ist gerade erst von einem Turnier aus Chicago zurückgekommen. Flitterwochen und kirchliche Trauung finden sowieso erst nach den Olympischen Spielen statt. Vielleicht wird Timo Boll daher einen anderen Silvesterbrauch anwenden: einen guten Vorsatz fassen.

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