Boxen : Harter Punch und große Klappe

In Berlin beschnuppern sich die weltbesten Boxer. Auch Deutschlands derzeit härtester Boxer und Sauerlands zweiter Spitzenmann, Arthur Abraham, ist dabei.

Hannes Heine
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Rastlos im Ring. Arthur Abraham soll in Berlin den Turnierauftakt bestreiten. Foto: dpa

Berlin - Eine große Klappe haben sie alle, doch die größte hat Carl Froch. Als der Boxer am Mittwoch im Berliner Luxushotel Adlon gefragt wird, wie er sich das geplante 50-Millionen-Dollar-Turnier vorstellt, sagt der Brite knapp: „Ich bin ein großartiger Puncher und werde ziemlich bald drei Punkte bekommen.“ Wohlgemerkt, drei Punkte gibt es, wenn er den Gegner K.o. schlägt. Auf solche Sätze haben die Männer mit den breiten Schultern und die Frauen mit den vollen Dekolletés vor dem Podium gewartet.

Neben Froch – 25 Kämpfe, alle gewonnen, 20 davon durch K.o. – saßen fünf der weltbesten Boxer auf dem Podium. Jeder der sechs Champions sagt, er werde das „Super Six World Boxing Classic“ gewinnen. Doch nur Froch glaubt auch zu wissen, wer es neben ihm ins Finale schaffen wird: „Ich werde am Ende vermutlich Mikkel Kessler auf die Bretter schicken.“ Der als K.o.-Schläger gefürchtete Däne Kessler ist beim deutschen Promoter Wilfried Sauerland unter Vertrag.

Sechs Profis treten bei dem in Europa und den USA ausgetragenen Turnier zwischen Oktober 2009 und Juni 2011 gegeneinander an, um den Titel zweier Weltverbände – WBA und WBC – im Super-Mittelgewicht zu gewinnen. Kalle Sauerland, Sohn von Wilfried Sauerland, bringt auf den Punkt, was viele zuletzt eher gelangweilte Boxfans hören wollen: „Es gibt kein Fallobst mehr, die Besten treten nur noch gegen die Besten an.“ Zunächst treten die drei Europäer gegen die drei Amerikaner an. Organisiert wurde das Turnier vor allem vom US-Pay-TV- Sender Showtime, um endlich neue Werbegelder zu bekommen.

Auch Deutschlands derzeit härtester Boxer und Sauerlands zweiter Spitzenmann, Arthur Abraham, ist dabei. „Organisieren ist schön, aber Siegen ist wichtig. Ich werde jetzt im Training alles doppelt machen“, sagt der 29 Jahre alte Berliner. Abraham hat seinen Weltmeistergürtel im Mittelgewicht abgelegt und ist ins Super-Mittelgewicht aufgestiegen, in dem er 76 statt wie bisher 72,6 Kilogramm wiegen darf. Der gebürtige Armenier wird am 17. Oktober mit dem Kampf gegen den früheren Weltmeister Jermain Taylor aus den USA das Turnier starten. Unklar ist, ob dafür die Arena am Berliner Ostbahnhof zur Verfügung steht. Neben Taylor wollen zwei weitere Amerikaner den Titel: Andre Ward und Andre Dirrell, beides Medaillengewinner der Olympischen Spiele 2004. Dirrell tritt zunächst gegen Froch an, die beiden stellen sich im Adlon auf Wunsch der Fotografen Nase an Nase. Doch während Großmaul Froch gefährlich auszusehen versucht, kann Dirrell vor Lachen kaum still stehen.

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