Sport : Boxen mit den Bayern

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Stefan Hermanns über neue Trainingsformen in München

Der FC Bayern München ist seiner Zeit immer schon einen Schritt voraus gewesen. Berti Vogts zum Beispiel hat von seinem späteren Funktionsteam bei Bayer Leverkusen noch nicht den leisesten Schimmer gehabt, da hatten die Bayern ihr Funktionsteam längst in Festanstellung genommen: Seit Urzeiten haben die Bayern einen eigenen Trainer für die Torhüter, einen für die Stürmer, einen für die Kondition – und manch einer hat schon geglaubt, dass diese Entwicklung erst dann zu einem natürlichen Ende gekommen sei, wenn jeder Spieler der Bayern einen persönlichen Coach an seiner Seite habe.

So weit wird es vermutlich nicht kommen, doch schon bald könnte im Trainerstab der Bayern eine neue Stelle geschaffen werden. Sepp Maier (Abteilung Torhüter) hat jedenfalls gestern verkündet: „Demnächst verpflichten wir Witali Klitschko als Kotrainer.“ Klitschko würde das Boxtraining der Bayern leiten, denn offenbar können die Fußballer aus München professionelle Anleitung durchaus gebrauchen. Der Faustkampf Mann gegen Mann ist inzwischen fester Bestandteil des BayernTrainings geworden. Erst lieferten sich der Halbschwergewichtler Robert Kovac (Kampfname „Der kroatische Stier“) und der Mittelgewichtler Bixente Lizarazu („Der baskische Bulle“) eine harte Auseinandersetzung; am Dienstag nun endete der Kampf um den Stammplatz zwischen Thorsten Fink und Samuel „Iron“ Kuffour mit einem deutlichen Punktsieg für den Ghanaer und einem blauen Auge für Fink.

Es ist schön, dass der Boxsport, der zuletzt sogar als olympische Disziplin in Frage gestellt worden war, anscheinend viele neue Freunde findet. Nach den C-Prominenten des Fernsehsenders RTL will es auch Tonya Harding künftig mit den Fäusten probieren: Im Februar soll die frühere Eiskunstläuferin ihr Debüt als Profiboxerin geben. Harding hat immer schon gerne zugeschlagen. Vor den Olympischen Spielen 1994 ließ sie ihre amerikanische Konkurrentin Nancy Kerrigan von einem Bodyguard verprügeln. Und vor zwei Jahren langte sie selbst ordentlich zu. Ihrem damaligen Lebensgefährten schlug sie mit einer Radkappe ins Gesicht. „Einen Haken à la Mike Tyson“ habe sie ihm versetzt, berichtete das Opfer.

Da können die Bayern noch einiges lernen.

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