BR Volleys vor dem Finale : Felix Fischer: "Das hier ist nicht Tuttifrutti"

Beim Volleyball-Finale zwischen Berlin und Friedrichshafen kommt es auf die Erfahrenen Felix Fischer und Björn Andrae an.

von
Felix Fischer strebt das Triple an.
Felix Fischer strebt das Triple an.Foto: Imago

Es läuft gerade richtig gut für Felix Fischer. Das merkt der Mittelblocker der BR Volleys auch daran, dass ihm in seinem Stammcafé neulich sogar ein Extrawunsch erfüllt wurde. Als Fischer fragte, ob die Besitzerin nicht mal wieder einen Schokokuchen backen könnte, weil der ihm doch so gut schmecke, stand bereits am nächsten Tag ein solcher in der Kuchenvitrine. „Besser geht es doch gar nicht“, sagt er und grinst.

Fischer eine Bitte abzuschlagen, fällt schwer. Der 33-Jährige mit dem Stirnband ist immer offen und hat für die Menschen um ihn herum stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. Fischer ist beliebt, besonders bei den Fans der Volleys. Wenn er am Sonntag im ersten Spiel der Play-off-Finalserie in der Max-Schmeling-Halle gegen den VfB Friedrichshafen aufläuft (16 Uhr/Sportdeutschland.tv), wird für den Berliner wieder mit der größte Beifall aufbranden.

Allerdings wird ihm dieses Mal auch ein Gegenspieler dabei Konkurrenz machen. Denn Friedrichshafens Björn Andrae ist ebenfalls gebürtig aus Berlin. „Und bei mir haben sich schon 70 Familienangehörige und Freunde gemeldet, die alle zum Spiel kommen werden“, sagt der 34 Jahre alte Außenangreifer des Titelverteidigers.

Fischer und Andrae gehören zu den Gesichtern ihres jeweiligen Klubs, beide haben schon viele Titel gewonnen, beide sind erfahren. Und beide haben in dieser Saison bewiesen, dass sie für ihre Mannschaften immer noch überaus wichtig sind. Sie haben ihren gewichtigen Teil dazu beigetragen, dass es überhaupt wieder zu einem Finale zwischen dem Rekordmeister Friedrichshafen und dessen größtem Rivalen aus Berlin kommt.

Björn Andrae will mit Friedrichshafen den Titel verteidigen.
Björn Andrae will mit Friedrichshafen den Titel verteidigen.Foto: Imago

Zwar wurden die zwei dominanten Mannschaften der vergangenen 20 Jahre dieses Mal von den anderen Teams mehr gefordert, am Ende setzten sie sich aber sicher in den Play-offs durch. Und das hat auch damit zu tun, dass sich beide gegenseitig hochschaukeln. „Friedrichshafen hat jedes Jahr ein starkes Team. Die vielen Erfolge sprechen für sich“, lobt Fischer. Und Andrae schwärmt: „Was die Berliner beim Marketing und mit der Halle auf die Beine gestellt haben, stellt in Europa alles in den Schatten.“

Beide identifizieren sich voll mit ihren Vereinen. „Ich will nicht, dass dieses Projekt hier einbricht“, sagt Fischer. „Darum zeige ich auch den Mitspielern immer: Das hier ist nicht Tuttifrutti. Wir müssen immer weiter Gas geben.“ Ebenso betont Andrae: „Friedrichshafen ist die Konstante im deutschen Volleyball. Deswegen haben wir eine besondere Verantwortung.“

Fischer und Andrae verkörpern vor allem großen Willen, weiter voranzukommen. Obwohl Fischer in den Spielzeiten zuvor seltener zum Einsatz gekommen war, ließ er sich davon nicht entmutigen und spielte in dieser Saison so stark wie schon lange nicht. Auch Andrae verpasste wegen einer Knieverletzung die gesamte Hinrunde und ist nun wieder absoluter Leistungsträger. Doch so gut es bei beiden derzeit läuft, nur einer wird auch am Ende jubeln. Fischer ist zuversichtlich, dass er es sein wird. Schließlich hat es ja auch mit dem Kuchen geklappt.

Folgen Sie der Tagesspiegel-Sportredaktion auf Twitter:

0 Kommentare

Neuester Kommentar