Sport : Brasilien sucht den Superpiloten

Bruno Senna fährt in der Heimat um seine Zukunft.

Karin Sturm[Sao Paulo]
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Es ist das Gegenstück zum hochmodernen Abu Dhabi. „Sie hat einfach Charakter und Charme“, sagt Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel über die Strecke von Interlagos, auf der an diesem Wochenende der Große Preis von Brasilien ausgetragen wird. Speziell für die brasilianischen Fahrer ist dieser Grand Prix ein Rennen großer Gefühle. „Die Begeisterung der Fans, die Senna, Senna-Sprechchöre von den Tribünen. Das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagt der Lotus-Renault-Pilot Bruno Senna, Neffe des 1994 in Imola tödlich verunglückten Weltmeisters. „Und dieses Jahr, wo ich ein Auto habe, mit dem man vielleicht in die Punkte fahren kann, wird es sicher noch intensiver sein.“

Mit dem 28-Jährigen verbinden viele der fanatischen brasilianischen Formel-1-Fans die Hoffnung, einmal an die Erfolge von Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet und Ayrton Senna anknüpfen zu können. Massa kämpft 2012 bei Ferrari um seinen Platz, Barrichello könnte in Brasilien sein letztes Rennen fahren, wenn Adrian Sutil sein Cockpit bei Williams bekommt. Bis der ganz junge Nachwuchsmann Felipe Nasr, der in diesem Jahr die britische Formel-3-Meisterschaft gewann, so weit ist, wird es noch eine Weile dauern. Bleibt also Bruno Senna, der am Mittwoch zum 20. Jahrestag des dritten WM-Titels eine Ehrung für seinen verstorbenen Onkel Ayrton vornahm. „Für mich war das eine Ehre. Er war immer meine Inspiration, mein Maßstab.“

Die Erinnerungen an den brasilianischen Nationalhelden werden auch bei den anderen Fahrern immer wieder wachgerufen. „Ich habe ihn nie getroffen, dafür war ich zu jung, leider“, sagt Sebastian Vettel. Dennoch kann er sich an den Brasilianer erinnern, hat noch Szenen von einem Senna-Heimsieg in Brasilien im Kopf. „Er hatte fast alle Gänge verloren und war nach dem Rennen völlig fertig. Das war so emotional.“ Senna werde immer in Erinnerung bleiben durch die Titel, die er geholt hat, durch die Rennen, die er gewonnen hat, und wegen seines Stils. „Denn er war immer er selbst und ein ehrlicher Charakter. Das haben die Leute von ihm in ihren Herzen behalten."

Für Bruno Senna gilt es nun, den nächsten Schritt auf seinem Weg nach oben zu machen und sich einen Platz im Lotus-Renault für 2012 zu sichern.

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