Sport : Bremen: Gute Werte, wenig Punkte

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Torsten Frings fand nur ein Wort: „Schwachsinn!“ Der deutsche Nationalspieler in Diensten von Werder Bremen hatte in den Katakomben des Stadio Friuli soeben erfahren, dass laut einer Sportzeitschrift bei den Fitnesstests der Nationalelf nur die BayernSpieler gut abgeschnitten hätten. „Die Werder-Spieler haben auch gute Werte erhalten.“ Es klang ziemlich trotzig, vielleicht, weil Frings und die anderen Bremer kurz zuvor im Gegensatz zu den Münchnern beim 1:1 in Udine den Nachweis internationaler Tauglichkeit wieder einmal nicht erbringen konnten.

Dabei hatte der Bundesliga-Erste das Champions-League-Spiel am Dienstag streckenweise dominiert. Doch wie so oft auf ihren Europaausflügen ließen die Bremer Stürmer die Treffsicherheit aus der Bundesliga vermissen. Die 1:0-Führung Mitte der zweiten Halbzeit erzielte Udinese-Verteidiger Felipe, der einen Freistoß ins eigene Tor köpfte. Das Spiel schien zu diesem Zeitpunkt entschieden, auch weil Udinese dem druckvollen, aber wenig effektiven Bremer Kombinationsspiel kaum etwas entgegenzusetzen hatte.

Doch Werder brachte sich ein weiteres Mal selbst um den Lohn der Arbeit. Durch eine Unachtsamkeit vier Minuten vor Schluss wurde der Sieg gegen einen eigentlich harmlosen Gegner vergeben. „Wir sind nun mal eine junge Mannschaft“, erklärte Manager Klaus Allofs entschuldigend, und Trainer Thomas Schaaf pflichtete ihm bei. Dabei übersahen die beiden jedoch, dass ausgerechnet ein gestandener Profi wie Miroslav Klose mit seinem Fehlpass im Mittelfeld das 1:1 durch Antonio di Natale einleitete. „Ich habe den Fehler gemacht“, gab Klose zu. „Ich gebe allein mir die Schuld und keinem anderen.“

Nun kommt alles auf das Rückspiel in Bremen am 2. November an. Werder ist Tabellenletzter und muss gewinnen. Aber auch Udineses Trainer Serse Cosmi kündigte an: „Wir fahren nicht nach Bremen für einen Punkt.“ Klose erwiderte: „Sollen sie nur kommen. Wir werden ihnen zeigen, was wir können.“

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