Bremen - Köln 3:2 : Pizarro rettet Werder vor Heimblamage

Claudio Pizarro hat das Torjägerduell mit Lukas Podolski gewonnen und Werder Bremen mit einem lupenreinen Hattrick in der zweiten Halbzeit eine Heimblamage erspart.

Claudio Pizarro (u.) sorgte mit seinen drei Treffern einmal mehr für einen Werder-Sieg
Claudio Pizarro (u.) sorgte mit seinen drei Treffern einmal mehr für einen Werder-SiegFoto: dpa

Im Sturmlauf der Bremer rettete der 33-Jährige Claudio Pizarro beim 3:2 (0:2) gegen den 1. FC Köln den Bremern den Sieg und egalisierte den Pausenvorsprung der Kölner durch Christian Clemens (3. Minute) und Podolski
(45.). Der Kölner Nationalspieler erzielte damit sein neuntes Saisontor, während Pizarro sein Konto auf elf Treffer erhöhte. Der Peruaner eröffnete die Aufholjagd (49.) und schaffte per Foulelfmeter (54.) auch noch den Ausgleich. Henrique Sereno hatte den eingewechselten Markus Rosenberg umgerissen und dafür die Rote Karte gesehen. Gegen am Ende neun Kölner schlug Pizarro dann zum dritten Mal zu (86.).

„Es ist unglaublich, ich treffe im Moment scheinbar alles“, sagte Pizarro im Interview des TV-Senders „Sky“. Kölns Trainer Stale Solbakken konnte seine Verbitterung nicht verbergen: „Es gab einen, der in diesem intensiven Spiel nicht mithalten konnte, und das war der Schiedsrichter.“ Mit spielentscheidend war sicher der Pfiff von Michael Weiner (Giesen) gegen Kölns Sereno, der obendrein wegen einer Notbremse vom Platz gestellt wurde. „Wenn das gepfiffen wird. müsste es pro Spiel 300 Elfmeter geben“, übertrieb Teamkollege Sascha Riether.

Nachdem der frühere Kapitän Torsten Frings nach 164 Liga-Spielen und 21 Toren für Werder verabschiedet worden war, knüpften die Bremer nahtlos an die schlechten ersten Halbzeiten der vergangenen Wochen an. Schon nach
drei Minuten lagen die Bremer zurück. Podolski, die einzige Kölner Spitze, brachte die offenbar noch träumende Werder-Abwehr mit seiner Flanke so aus der Fassung, dass Clemens locker aus elf Metern einköpfen konnte.

Die ohnehin schwunglosen Gastgeber, die ungewohnt schlampig kombinierten und sich gegen die massive Kölner Abwehr das Leben noch schwerer machten, waren geschockt. Auch Pizarro und Sturmpartner Marko Arnautovic konnten sich nicht durchsetzten. Dem Österreicher waren die gerade abgesessenen drei Spiele Sperre anzumerken.

Nach 35 Minuten hatte Werder-Trainer Thomas Schaaf die Nase voll. Er wechselte Rosenberg für den wieder glücklosen Mehmet Ekici ein. Philipp Bargfrede ersetzte Lukas Schmitz, der auf der linken Seite keine Akzente setzten konnte. Aleksandar Ignjovski wechselte auf seinen Platz, Bargfrede spielte auf der Sechs - und mit drei Stürmern wollte Werder die Aufholjagd starten. Doch das verhinderte zunächst Podolski. Nachdem er zweimal (8./40.) an seinem Freund Wiese gescheitert war, ging er Sekunden vor der Pause auf und davon und überwand Wiese, weil sein Schuss vom grätschenden Sebastian Prödl abgefälscht wurde.

Mit hängenden Köpfen gingen die Bremer in die Kabine - und kamen aggressiv und entschlossen zurück. Nur vier Minuten später schaffte Pizarro den Anschluss, als er im Gewühl des Strafraums den Überblick behielt. Vier Minuten später wurde es hektisch im Stadion. Sereno brachte Rosenberg im Fünfmeterraum zu Fall und kassierte für die „Notbremse“ die Rote Karte und Köln einen Foulelfmeter, den Pizarro locker verwertete. Als der Kölner Jemal schließlich in der 73. Minute verletzt vom Platz getragen wurde, warfen sich neun Kölner den elf Bremern entgegen - am Ende erfolglos, weil Pizarro noch einmal zuschlug. (dapd)

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