Briefwechsel : Sie haben Post - aus der Schweiz

Marco Durisch (Schweizer Fußballmagazin „Zwölf“) und Reinhard Krennhuber (Österreichs Fußballmagazin „Ballesterer“) stehen hier im Briefwechsel. Heute staunt Marco über die vielen, vielen, vielen Holländer und stell fest: Zürich ist billiger als Wein.

Schweiz
Gruezi. Heute schreiben die Schweizer aus Bern.Foto: Tsp

Hallo Reinhard,

freut mich, dass es dir hier gefällt. Ich hoffe, es liegt nicht daran, dass du in Bern gar keine Schweizer getroffen hast. Ich bin ja richtig neidisch, dass du im schönen neuen Wankdorf gleich noch den Knaller des bisherigen Turniers erleben durftest. Zumal ich beim ersten Spiel an diesem Abend im Letzigrund in Zürich saß, wo ein rumänisches Team mit dem offensichtlichen Ziel angetreten war, einen Punkt zu holen und daher die Kräfte nicht für sinnlose Ausflüge in die gegnerische Hälfte verbraucht hat. Und Les Bleus anscheinend die Punkte gegen die Underdogs aus Holland und Italien eingeplant haben.

Immerhin sorgten die zahlreich angereisten Rumänen für Stimmung im Stadion. Die Ambiance hat dann auch für den lauen Kick entschädigt. Hey, es ist schließlich EM! In den Fanzonen Zürichs waren die Rumänen am Nachmittag auch die Einzigen. Am Abend soll sich die Fanmeile dann zwar ziemlich gefüllt haben. An den Ständen etwas abseits der Seepromenade aber laufen die Geschäfte mehr als zäh.

Einer der Betreiber erzählte mir, dass er ziemlich sicher keinen Gewinn einfahren werde. Auch weil er die ersten Tage kein Bier verkaufen konnte, da der Brauereigigant aus dem Norden offenbar just zur EM Lieferschwierigkeiten bekundete. Immerhin, das große Bier kostet überall 4 Euro. Da ist Zürich billiger als Wien. Beim Essen dürfte es dann wieder umgekehrt sein.

Die K.o.-Runde dieser EM findet wohl, wie im Vorfeld befürchtet, tatsächlich ohne die Gastgeberländer statt. Eine riesige Überraschung wäre das freilich nicht. Für das Turnier und die Stimmung macht es jedoch keinen Unterschied, solange Fans wie die Holländer in die Städte strömen. Wenn du diesen Brief liest, wissen wir zumindest schon, ob die Schweiz es abermals geschafft hat, die Türkei aus einem großen Turnier zu kegeln und sich gleichzeitig noch Chancen im letzten Spiel gegen Portugal ausrechnen darf. Bis dahin werd’ ich mal die Daumen drücken.

Gruß
Marko

Marco Durisch (Schweizer Fußballmagazin „Zwölf“) und Reinhard Krennhuber (Österreichs Fußballmagazin „Ballesterer“) stehen hier im Briefwechsel.

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