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Brooks debütiert für die USA : Herthas Verteidiger hat Brasilien im Blick

John Anthony Brooks debütiert beim 4:3 in Bosnien für das Heimatland seines Vaters. Und trotz Fehlern des jungen Berliners, ist US-Trainer Jürgen Klinsmann mit Herthas Verteidiger zufrieden.

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Schon das Debüt war gelungen. Zum Herthas Bundesligaauftakt gegen Frankfurt steuerte Brooks beim 6:1 einen Treffer bei.
Schon das Debüt war gelungen. Zum Herthas Bundesligaauftakt gegen Frankfurt steuerte Brooks beim 6:1 einen Treffer bei.Foto: dpa

Es hat nicht lange gedauert, bis John Anthony Brooks vor den besonderen Anforderungen an einen Nationalspieler kapitulieren musste. Es passierte schon vor dem Anpfiff seines Länderspieldebüts: bei der Hymne. „Am Anfang habe ich mitgesungen“, berichtete der Innenverteidiger von Hertha BSC. „Aber dann ging's nicht mehr weiter.“ Textschwäche? Rührung? Warum er plötzlich schwieg, das erzählte Brooks nicht.

Es ist eine ganze Menge, was im Moment auf den 20-Jährigen einprasselt. Am Wochenende hat er sein Debüt in der Bundesliga gegeben und gleich sein erstes Tor erzielt. Seit Mittwoch ist Brooks nun auch Nationalspieler. „Das ging alles ziemlich schnell“, sagt er. „Aber es ist ja erfreulich, dass alles positiv zu Ende gegangen ist.“ Auch das Länderspiel gegen Bosnien-Herzegowina, das er mit den USA nach einem 0:2-Rückstand noch 4:3 gewonnen hat.

Vor ein paar Monaten war der gebürtige Berliner noch ein weitgehend unbekannter Zweitligafußballer, seit Mittwoch besitzt er die Perspektive, im nächsten Sommer an der Weltmeisterschaft in Brasilien teilzunehmen. „Natürlich ist das ein Ziel“, sagt Brooks. Und vermutlich ein wichtiger Grund, warum er auch künftig für die USA spielen wird und nicht für Deutschland. Theoretisch hat Brooks, Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners, zwar weiterhin die Wahl, doch schon beim nächsten Pflichtspiel im September könnte er sich im US-Team festspielen. Die Entscheidung sei „mehr oder weniger“ gefallen, sagt er, „es wäre schön, wenn es weiter geht“. Für die USA. Kleine Restzweifel gebe es zwar noch, „aber die kann man schnell beseitigen, hoffe ich“.

Die Hoffnung, wieder eingeladen zu werden, ist berechtigt, auch wenn Brooks am Mittwoch gegen Vedad Ibisevic und Edin Dzeko einen schweren Stand hatte. Es war allerdings auch das erste Mal überhaupt, dass er mit Stürmern dieser Qualität zu tun hatte. „Das war schon eine echte Herausforderung“, sagt er. „Ich habe eine Menge gelernt.“ Der frühere Wolfsburger Dzeko erzielte zwei Tore, Ibisevic das dritte. Zwei Mal sah Brooks nicht glücklich aus. Vor dem 0:2 flog er unter der Flanke hinweg – allerdings war er in der Luft leicht geschubst worden. In letzter Minute verlor der Berliner dann ein Kopfballduell gegen Dzeko, der auf 3:4 verkürzte.

„Natürlich sind drei Gegentore ärgerlich für einen Verteidiger“, sagte Brooks, „aber in der zweiten Halbzeit habe ich mich gut gefangen.“ Auch US-Coach Jürgen Klinsmann äußerte sich lobend über seinen Debütanten, den er „sehr ruhig und ausgeglichen“ erlebt hatte. Trotz der ganzen Aufregung.

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