Sport : Bundesliga-Abstiegskampf: Mit den großen Jungs

Benedikt Voigt

Es ist wie früher auf dem Bolzplatz. Die großen Jungs haben ihre Mannschaften gewählt, doch hinter dem Zaun stehen noch zwei kleine Jungs, die sich nichts zu sagen trauen. Ihre Augen aber verraten: Wir wollen mitspielen. Und weil auf einer Seite noch ein Spieler fehlt, winken die großen Jungs die zwei Zaungäste heran und begutachten sie: Welchen nehmen wir?

Zum Thema Bundesliga aktuell: Ergebnisse und Tabellen Energie Cottbus und die SpVgg Unterhaching wollen noch eine Saison bei den Großen mitspielen. Doch vor dem heutigen letzten Spieltag hat sich die Bundesliga ein grausames Szenario einfallen lassen: Nur einer der beiden kleinsten und finanzschwächsten Klubs der Liga darf weiterhin in der Ersten Bundesliga Fußball spielen. Cottbus oder Unterhaching, Unterhaching oder Cottbus. Dabei besitzt der Aufsteiger aus Brandenburg die bessere Ausgangsposition. Die Mannschaft hat es durch einen Sieg beim TSV 1860 München selbst in der Hand, für den Klassenerhalt zu sorgen. Bei einem Unentschieden im Olympiastadion muss Cottbus darauf vertrauen, dass Unterhaching bei Schalke 04 nicht gewinnt, verliert Cottbus, muss auch Unterhaching ohne Punkte aus Gelsenkirchen zurückkehren. Sonst findet sich der Klub von Trainer Eduard Geyer in der Zweiten Liga wieder.

Davor fürchten sich auch die Cottbuser Fans, die sich alle 2000 Gästekarten für das Olympiastadion sicherten. Sie hoffen auf eine Feierstunde unter dem Zeltdach. Tritt diese ein, würde der Klub mit einem Etat von 43 Millionen in die nächste Saison gehen, beim Abstieg wären es 20 Millionen. Auch zahlreiche Mitarbeiter hoffen auf den Klassenerhalt, die ansonsten wieder entlassen werden müssten. Alle Spieler besitzen einen Vertrag bis 2002, doch mindestens der Verbleib von Vasile Miriuta wäre fraglich.

Eigentlich ist alles ganz einfach. Ein Sieg bringt Cottbus die Qualifikation. Für das Spiel der großen Jungs.

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