Sport : Bundesliga: "Eine finanzielle Delle ist denkbar"

Herr Niebaum[die deutsche Wirtschaft vermeldet fa]

Gerd Niebaum (53) ist Präsident des an der Börse notierten Bundesligisten Borussia Dortmund.

Herr Niebaum, die deutsche Wirtschaft vermeldet fast täglich spektakuläre Pleiten. Nicht jeder kann nachvollziehen, dass gerade jetzt die Politik überlegt, mit Ausfallbürgschaften den Fußball zu retten.

Es handelt sich lediglich um ein Sicherungsmittel, um kurzfristige Probleme zu überbrücken. Wer davon spricht, dass Steuergelder für den Fußball verwendet werden, hat die Sache nicht verstanden. Abgesehen davon sind das bislang nur Denkansätze.

Im Wahlkampf fällt es Politikern leichter, sich als Freund des Sports zu präsentieren.

Das kann man so nicht sehen. Alle Parteien wollen, dass es dem Fußball gut geht. Andererseits ist es schon so, dass fast jeder Wahlkämpfer - ob Schröder, Stoiber oder Kurt Beck - eine Affinität zum Fußball hat.

Bricht für die jahrelang boomende Branche Fußball eine Phase der Bescheidenheit an?

Sicher ist eine Delle denkbar bei den Fernsehgeldern. Nach einer überhitzten Konjunktur ist das aber ganz normal. Nur wer nicht in langfristigen Zyklen gedacht hat, kann jetzt überrascht sein.

Wie bedrohlich ist denn der Fall Kirch und seine möglichen Folgen für die Klubs?

Es geht nicht darum, dass die Bundesliga vor dem Nichts steht. Mittel- und langfristig besteht keine allzu große Gefahr. Fußball-Fernsehrechte sind schon vor Kirch gut vermarktet worden. Der Endverbraucher will Fußball sehen, öffentlich-rechtliche wie private Sender werden nicht umhin kommen, dieses Produkt zu offerieren. Eine Fernseh-Landschaft ohne Fußball ist nicht mehr denkbar.

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