Bundesliga-Fernsehgelder : Warum der FC Bayern solidarisch bleiben muss

Der FC Bayern München will mehr TV-Geld einnehmen. Dabei funktioniert die Bundesliga nur, wenn die Schwachen nicht vernachlässigt werden. Ein Kommentar.

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Bundesligafußball ist ein begehrtes Objekt - der FC Bayern als Zugpferd will mehr TV-Geld.
Bundesligafußball ist ein begehrtes Objekt - der FC Bayern als Zugpferd will mehr TV-Geld.Foto: dpa

Es geht um Spannung und Langeweile, Abstiege und Europapokaltriumphe, verdiente Erfolge und sensationelle Überraschungssiege. Also um fast alles, was die Fußball-Bundesliga ausmacht. Und um ihre Zukunft. Die 36 deutschen Profivereine beraten heute über die künftige Verteilung des Fernsehgelds. Und sie tun gut daran, nicht allzu viel an der aktuellen Regelung zu verändern.

Klar ist: Die Vereine wollen ab 2017 deutlich mehr TV-Geld einnehmen als jene 850 Millionen Euro, die in der aktuellen Saison an die Erst- und Zweitligisten ausgeschüttet werden. Von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wird diese Summe zurzeit anhand einer Fünfjahreswertung verteilt, die sportlich erfolgreichsten Vereine bekommen das meiste Geld. Es kann nicht im Interesse der Klubs sein, dieses System auf den Kopf zu stellen. Damit würden sie den Wettbewerb ad absurdum führen. Genauso darf es die Solidargemeinschaft Bundesliga nicht zulassen, dass die Spitzenteams noch wesentlich höher entlohnt werden und damit die Kluft zwischen Arm und Reich weiter wächst. Diese Entwicklung hat sich durch die Prämien der Champions League ohnehin in den vergangenen Jahren verstärkt.

Die Bundesliga wächst in allen relevanten Bereichen, als Produkt ist sie höchst erfolgreich. Das wissen auch die Chefs des FC Bayern München, die trotzdem stets einen größeren Anteil für sich einfordern. Sie verschweigen dabei, dass sie ebenfalls wissen, dass eine Liga ohne Spannung nicht bis in alle Ewigkeit weiterwachsen wird. Und dass der FC Bayern nicht gegen sich selbst spielen kann.

Was bleibt, ist eine Art gelenkter Kapitalismus, der die Erfolgreichen belohnt, ohne die Schwächeren zu vernachlässigen. Vielleicht hilft es, die Einschaltquoten bei der Verteilung zu berücksichtigen, davon würden die Traditionsvereine profitieren. Dadurch würde als Nebeneffekt auch ein Element des Fußballs gestärkt, das nicht nur mit Vermarktung zu tun hat: die Liebe der Fans zu ihren Klubs.

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