Bundesliga : Hertha BSC bleibt Tabellenletzter

Die Konkurrenz lieferte Hertha zunächst gute Ausgangsmöglichkeiten, sich in der Tabelle nach oben zu arbeiten. Doch gegen Mönchengladbach reichte es trotz eines ansprechenden Auftritts vor allem in der zweiten Halbzeit nur zu einem 0:0.

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Berlins Fabian Lustenberger und Mönchengladbachs Raul Bobadilla kämpfen um den Ball. -Foto: ddp

So früh ist vom Berliner Anhang schon lange nicht mehr gejubelt worden im Olympiastadion. Gleich zwei Mal in den ersten fünf Minuten,erst bei der Führung der Mainzer gegen Hannover 96 und gleich darauf noch einmal, als auf der Anzeigetafel der Rückstand des VfL Bochum verkündet worden. Man kann sagen: Der Spieltag ließ sich ganz gut an für Hertha BSC, den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga. Die Berliner aber ließen die Vorlage der Konkurrenz ungenutzt verstreichen. Gegen Borussia Mönchengladbach reichte es trotz eines ansprechenden Auftritts vor allem in derzweiten Halbzeit nur zu einem 0:0. Hertha bleibt damit Tabellenletzter.
 
Trainer Friedhelm Funkel hatte dieselben elf Spieler aufs Feld geschickt wie vor einer Woche beim 3:0-Sieg in Hannover. Der erfolgreiche Auftakt in die Rückrunde schien die Berliner aus einer Art ewigem Winterschlaf erweckt zu haben, doch auch mit dem neuen Schwung tat sich Hertha anfangs schwer gegen die Gladbacher, die gut organisiert in der Defensive standen und eine eher abwartende Haltung einnahmen. Die äußeren Bedingungen taten das Ihrige. Es war nicht kalt im Olympiastadion, nein saukalt war’s, so saukalt, dass in den Stadionkiosken sogar die Bierleitungen eingefroren waren und sich trotz Rasenheizung eine leichte Eisschicht auf dem Rasen gebildet hatte.
 
Weil das Kombinationsspiel von einem derartigen Untergrund nicht unbedingt begünstigt wird, wurde es anfangs nur bei Weitschüssen gefährlich. Zunächst rettete Gladbachs Torhüter Logan Bailly gegen Cicero. Der Ball sprang Theofanis Gekas an den Fuß, doch Herthas griechischer Stürmer konnte nicht mehr reagieren - er setzte den Ball neben das Tor. Aber nicht nur in dieser Szene zeigte Gekas, dass er da steht, wo ein Torjäger zu stehen hat. Auf der anderen Seite parierte Jaroslav Drobny einen platzierten Flachschuss von Borussias Angreifer Raul Bobadilla.
 
Der Torhüter wurde nicht nur wegen dieser Parade vor der Pause zur auffälligsten Figur bei Hertha BSC. Nach einer halben Stunde wischte er einen Kopfball von Roel Brouwers aus dem Eck. Borussias torgefährlicher Innenverteidiger hatte sich nach einer Ecke von Marco Reus gegen seinen Bewacher durchgesetzt. Ihren Höhepunkt erreichten die allgemeinen Drobny-Feierlichkeiten jedoch fünf Minuten vor der Pause. Nach einem Foul von Arne Friedrich an Roberto Colautti sah sich der Tscheche dem Gladbacher Juan Arango im Elfmeterduell entgegen: Drobny parierte den Schuss des Venezolaners, dessen Nachschussversuch vereitelte Lewan Kobiaschwili mit einer präzisen Grätsche.
 
Das Olympiastadion bebte, im Berliner Strafraum kam es zur spontanen Rudelbildung - mittendrin Jaroslav Drobny. Seine Rettungstat wirkte wie ein Zeichen der Hoffnung. Entsprechend euphorisch begannen die Berliner diezweite Halbzeit. Sie spielten nun deutlich fordernder und drängten die Gladbacher immer mehr in die Defensive. Cicero scheiterte mit einem Freistoß an Bailly, nach dem anschließenden Eckball verlängerte Gekas mit dem Kopf auf Florian Kringe am langen Pfosten, dessen Schuss aber rauschte knapp am Tor vorbei.
 
Die Berliner kombinierten in der zweiten Halbzeit nicht nur recht ansehnlich, man merkte ihnen auch an, dass sie nach sieben Heimspielen ohne Sieg endlich wieder vor eigenem Publikum gewinnen wollten und ihre Aufholjagd unbedingt erfolgreich fortsetzen wollten; doch zumindest BorussiasTorhüter Bailly stand Hertha in punkto Willensstärke in nichts nach. Nach einer Stunde flog er Herthas Stürmer Adrian Ramos mit den Füßen voran entgegen und blockte auf diese Weise den Schuss des Kolumbianers.
 
Noch nie zuvor ist ein Spiel zwischen Hertha und der Borussia torlos zu Ende gegangen. Während die Gladbacher offensiv kaum noch auffällig wurden, taten wenigstens die Berliner alles, damit die Serie fortbesteht: Ramos köpfte eine Ecke über die Latte, Raffaels abgefälschter Schuss senkte sich gefährlich über Bailly hinweg und landete auf dem Netz. Mehr Erfolg war Hertha an diesem Nachmittag nicht beschieden.

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