Sport : Carsten Jancker

Wie Lauterns Stürmer das Spiel gegen den VfB erlebte

Oliver Trust

Wenn jemand Geburtstag hat, wünscht er sich alles Mögliche. Ein Stürmer wie Carsten Jancker wünscht sich Tore. Tore, die zum Sieg führen. Als der Stürmer des 1. FC Kaiserslautern gestern 30 Jahre alt wurde, musste er feststellen, dass nicht alle Wünsche auf dem Fußballplatz erfüllt werden. Jancker hatte es eilig an seinem Geburtstag der unerfüllten Wünsche. Um sieben Uhr sollte er daheim sein. Eine Anweisung seiner Frau. Die hatte allerlei Gäste eingeladen. Doch an diesem Abend musste die Geburtstagsgesellschaft Jancker erst einmal ein wenig trösten, obwohl er endlich wieder in der Bundesliga getroffen hatte.

Es war Janckers zweite Chance in diesen 90 Minuten. Ein satter Schuss von weit rechts im Strafraum. Jancker wunderte sich kurz etwas über die Tatenlosigkeit seines Gegenspielers Fernando Meira und schoss. Vom Innenpfosten prallte der Ball ins Tor. Sein 50. Bundesligator insgesamt. Vor allem aber sein erstes seit mehr als drei Jahren. Endlich. Am 12. Mai 2001 hatte Jancker zum letzten Mal getroffen, damals spielte er noch für die Bayern, und den Treffer erzielte er gegen – Kaiserslautern.

Gegen Stuttgart läuft Jancker lange Zeit alleine im Sturm des 1. FC Kaiserslautern herum. In der ersten halben Stunde taucht er sogar im Mittelfeld auf und kämpft dort um den Ball. Ohne Erfolg. Erst nach 20 Minuten zieht Jancker von der Strafraumgrenze ab. Es ist sein erster Schuss aufs Tor. Bis dahin hatten ihn die Stuttgarter Verteidiger Martin Stranzl und Fernando Meira einigermaßen gut im Griff.

Doch dann gewinnt er ein Kopfballduell, und das ist das erste Indiz dafür, dass Jancker an diesem Tag wohl nicht immer als Verlierer aus den Zweikämpfen hervorgehen wird.

Irgendwie ist Carsten Jancker dann auch am 1:1 von Jochen Seitz beteiligt. Der Ball ist eigentlich für ihn bestimmt. Jancker geht im Clinch mit Meira zu Boden, und der Kollege Seitz profitiert davon. Was hätte das ein schöner Geburtstag für ihn werden können.

Die 55. Minute: Mihael Mikic passt von rechts quer durch den Strafraum, es ist mehr ein Schuss, aber Jancker wirft sich mit den Beinen voraus ins Gras und rutscht wie ein Pfeil nach vorne. Den Ball verfehlt er knapp. Das sei die Schlüsselszene gewesen, sagt Jancker später. Es wäre das 3:1 für ihn und seinen Klub gewesen. Jancker flucht und kauert hinter dem Tor. Er brüllt seinen Mitspieler Mikic an. Wieder lässt er allen Frust raus, so wie bei seinem Treffer, als er den Ball mit vollem körperlichen Einsatz ins Stuttgarter Tor beförderte.

Die 58. Minute: Jancker läuft ins Abseits und flucht wieder. Er kämpft, rackert und hebt immer wieder die Hände, als wolle er signalisieren: Spielt mich an! Bis zur 79. Minute tut er das. Dann leuchtet die 9, seine Rückennummer, auf der Auswechseltafel auf. Jancker muss gehen. Er klatscht Richtung Publikum. Noch steht es 2:2. Auch das Unentschieden hätte für einen schönen Geburtstag getaugt. Zwei Minuten später sitzt er draußen auf der Bank, und schlägt die Hände vors Gesicht. Kuranyi hat das 3:2 für Stuttgart erzielt. Carsten Jancker leidet.

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