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Champions League : Dortmund rumpelt sich ins Viertelfinale

Borussia Dortmund kann einmal mehr daheim nicht überzeugen und verliert das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg. Zum Glück für den BVB ist das Polster aus dem Hinspiel komfortabel genug.

Aus der Mitte entspringt ein Ball. Robert Lewandowski (links) im Duell mit Zenits Tomas Hubocan.
Aus der Mitte entspringt ein Ball. Robert Lewandowski (links) im Duell mit Zenits Tomas Hubocan.Foto: dpa

Was Jürgen Klopp von seinen Spielern an diesem Abend sehen wollte, demonstrierte Marcel Schmelzer in der fünften Spielminute: Der Außenverteidiger von Borussia Dortmund sprintete die Linie entlang, seine herrliche Flanke landete auf dem Kopf von Pierre-Emerick Aubameyang, der das Kunststück vollbrachte, den Ball aus kurzer Entfernung am Tor vorbeizuköpfen. Dennoch wird Dortmunds Trainer die Sequenz gefallen haben. Wie er sich das vorstellt, mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die zweite Begegnung zu gehen, beschrieb Trainer Jürgen Klopp am Tag vor dem Spiel. Der Plan sei es, „ein ganz normales Fußballspiel draus zu machen. Nur verteidigen wäre auch ein bisschen blöd“.

Seine Spieler haben gut zugehört und beschränkten sich nicht auf die Defensive. Vor 65.829 Besuchern im ausverkauften Dortmunder Stadion spielten sie zwar wenig glanzvoll und gerieten im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Zenit St. Petersburg sogar in Rückstand, kamen am Ende aber dennoch eine Runde weiter. Das 1:2 (1:1) bedeutet nach dem 4:2 im Hinspiel trotz der Niederlage einen großen Erfolg, denn damit hat der BVB erstmalig seit 16 Jahren zum zweiten Mal in Serie das Viertelfinale der Champions League erreicht und festigte den in der vorigen Saison erworbenen Status als europäischer Spitzenklub.

"Die trübe Stimmung im Stadion kann ich nicht verstehen", sagte Kapitän Sebastian Kehl nach dem Schlusspfiff. Natürlich hätte man lieber 6:1 gewonnen, "aber wir sind im Viertelfinale, wir können mit einem breiten Grinsen herumlaufen". Das tat Robert Lewandowski nicht. "Das war kein perfektes Spiel von uns, wir müssen besser spielen", sagte der Torjäger, der im nächsten Spiel gelbgesperrt fehlen wird. "Hauptsache wir sind weiter." Den Sprung ins Viertelfinale, das am Freitag ausgelost wird, honoriert die Uefa mit 3,9 Millionen Euro Prämie.

St. Petersburg spielte von Beginn an gut mit

Wer gedacht hatte, der Kontrahent aus Russland würde sich nach der klaren Niederlage im Hinspiel kampflos geschlagen geben, sah sich rasch eines Besseren belehrt. St. Petersburg spielte von Beginn an gut mit, die durchaus vorhandenen fußballerischen Qualitäten dieser Mannschaft äußerten sich in gefälligen Kombinationen, mit denen die Dortmunder im Mittelfeld und auch in der Viererkette mehr Mühe hatten, als ihnen lieb sein konnte. Der Belgier Axel Witsel prüfte Torhüter Roman Weidenfeller aus 20 Metern, doch der parierte sicher. Auf der anderen Seite setzte sich Torjäger Robert Lewandowski an der Strafraumgrenze durch, traf den Ball aber nicht richtig, so dass keine Gefahr entstand.

Wie es richtig funktioniert, zeigte Hulk dann in der 16. Minute. Der Brasilianer, für den St. Petersburg 55 Millionen Euro Ablöse hingeblättert hatte, zeigte, warum er so viel Geld kostet. Erst ließ er Nuri Sahin im Mittelfeld stehen, dann zog er aus 23 Metern mit einer solchen Geschwindigkeit ab, dass Weidenfeller chancenlos war.

Kehl beruhigte die Gemüter beim BVB mit seinem 1:1

Zumindest kurzzeitig zeigten die Gastgeber Wirkung, die Fehlpassquote häufte sich, Lewandowski sah Gelb, weil er nach einem Eckball mit der Hand zum Ball ging. Doch dann schüttelte sich die Borussia und übernahm das Kommando. Ein schöner Schuss von Großkreutz flog nicht ins Tor, weil Keeper Malafeev eine Glanzparade zeigte, Der Kopfball von Sokratis nach einer Ecke rauschte über das Tor. Auf der Gegenseite tanzte der enorm starke Oleg Shatow seinen Gegenspieler Lukasz Piszczek aus, setzte den Ball jedoch am langen Eck vorbei. St. Petersburg blieb jederzeit gefährlich und bereit, Nadelstiche zu setzen.

Die erste Periode des Zitterns begann, war aber in der 38. Minute beendet: Die zweite schöne Flanke von Schmelzer verwandelte Kapitän Sebastian Kehl mit dem Kopf, der Ausgleich schien die Dinge zu beruhigen. In der Folgezeit kontrollierten die Dortmunder das Spiel, ohne für weitere Höhepunkte sorgen zu können. Das rächte sich in der 71. Minute, als er eingewechselte Rondón einen Konter zur erneuten Führung von Zenit verwandelte.

Es begann die zweite Periode des Zitterns, auch wenn die Gäste weiterhin zwei Treffer benötigten, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Spielerisch lief bei den Dortmundern jetzt nicht mehr viel zusammen, doch die Mannschaft wehrte sich gegen einen unerwartet hartnäckigen Gegner nach Kräften, um sich ein Ausscheiden zu ersparen, das einem Debakel gleichgekommen wäre. Es funktionierte – der BVB steht erneut unter den besten acht Vereinen Europas.

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