Champions League : HSV in der Krise

Der HSV hat seine sportliche Krise auch in der Champions League fortgesetzt. Im zweiten Spiel der Gruppe G unterlagen die Hamburger am Dienstagabend bei ZSKA Moskau mit 0:1.

Moskau - Im Stadion von Stadtrivale Lokomotive Moskau erzielte Dudu (59.) vor 23.000 Zuschauern den entscheidenden Treffer nach dem Seitenwechsel. Der HSV ist damit bereits seit elf Pflichtspielen ohne Sieg. Den einzigen Erfolg dieser Saison gab es am 29. Juli in der Vorrunde des Ligapokals gegen Hertha BSC Berlin (1:0). Nach zwei Niederlagen hat der HSV damit kaum noch Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales der europäischen "Königsklasse".

Stärkung der Defensive

HSV-Coach Thomas Doll stellte sein Team im Vergleich zum 1:1 in der Bundesliga gegen Werder Bremen auf zwei Positionen um. Für den in der Champions League Rot-gesperrten Stammtorhüter Sascha Kirschstein hütete Stefan Wächter das HSV-Tor. Im defensiven Mittelfeld rückte Raphael Wicky ins Team und bildete mit Nigel de Jong eine so genannte Doppelsechs. Da Doll dafür auf einen offensiven Mittelfeldspieler in zentraler Position verzichtete, musste Piotr Trochowski weichen.

Die Stärkung der Defensive zahlte sich aus. ZSKA kam vor der Pause nur zu zwei Chancen. Zunächst konnte sich der ehemalige Herthaner Ivica Olic gegen drei Hamburger durchsetzen und Wächter mit einem verdeckten Drehschuss aus fünf Metern prüfen (14.). Kurz vor der Pause setzte Carvalho einen Kopfball im Anschluss an eine Ecke knapp am Tor vorbei (45.). Dennoch wirkte der HSV keineswegs sicher. Immer wieder konnten sich die Moskauer in Unterzahl gegen die Hamburger Deckung durchsetzen und wurden viel zu oft erst im allerletzten Moment doch noch gestoppt.

Harmlose Offensivbemühungen

Druck konnten die "Rothosen" auf das gegnerische Tor allerdings kaum ausüben, da ihnen bereits im Spielaufbau viele leichte Fehler unterliefen. Außerdem konnten die hinteren Mannschaftsteile nur selten aufrücken, da Moskau bei Ballbesitz das Mittelfeld meist schnell überbrückte und Olic und Vagner Love mit langen Bällen bediente.

Diese Anspielstationen fehlten beim HSV in der Spitze, da sich die Angreifer Boubacar Sanogo und Danijel Ljuboja tief ins Mittelfeld zurückfallen ließen. Gelangten die Hanseaten doch einmal bis an den gegnerischen Strafraum, beendete die engmaschige ZSKA-Defensive schnell die Offensivbemühungen.

ZSKA-Trainer Valeriy Gazzaev stärkte zum zweiten Durchgang die Offensive und brachte für Abwehrspieler Deividas Semberas Milos Krasic auf der rechten Außenbahn. Der 21-Jährige Serbe führte sich mit einem Schuss aus halbrechter Position gleich gut ein (53.). ZSKA erhöhte nun den Druck auf das HSV-Tor. Die logische Konsequenz war die Führung der Hausherren durch einen Kopfball von Dudu, als sich im Anschluss an eine Ecke kein Hamburger für den Brasilianer zuständig fühlte (59.).

Rot nach fünf Minuten

Erst jetzt wachten die "Rothosen" auf und bemühten sich um mehr Druck auf das Moskauer Tor. Gegen die sichere ZSKA-Abwehr fehlten allerdings die zündenden Ideen. Immer wieder rannten sich die Spieler fest und eröffneten Moskau so die Chance zu schnellen Gegenstößen. Schließlich setzte Doll alles auf eine Karte und brachte für die Defensivspieler Juan Pablo Sorin und de Jong mit Trochowski und Paolo Guerrero frische Offensivkräfte (70.). Zehn Minuten später ersetzte Benjamin Lauth den schwachen Ljuboja.

Für Lauth war die Partie aber bereits fünf Minuten später wieder beendet, als er nach einem Zweikampf mit Yury Zhirkov vom niederländischen Schiedsrichter Jan Wegereef wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit des Feldes verwiesen wurde. ZSKA brachte die Partie nun sicher nach Hause und hatte durch Krasic sogar noch die Chance zum 2:0 (87.). (tso/ddp)

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