Sport : Champions League: Joker klaut Bayern einen Punkt

Joker Laurent Leroy hat mit einem Treffer in der Nachspielzeit dem FC Bayern München einen sicher geglaubten Punktgewinn geraubt. Nach der unglücklichen 0:1 (0:0)-Niederlage bei Paris St. Germain ist der schon sicher geglaubte Einzug in die Zwischenrunde der Champions League wieder in Gefahr. In ihren kommenden Heimspielen stehen die Bayern nun extrem unter Druck, da Rosenborg Trondheim und Paris in der Gruppe F ebenfalls sechs Punkte aufweisen.

Beide Teams traten vor 42 009 Zuschauern im Prinzenparkstadion mit ihren eingespielten Formationen an, lediglich auf einer Position mussten die Trainer Veränderungen vornehmen. So nahm Bayerns Coach Ottmar Hitzfeld für den wegen Rückenschmerzen pausierenden Bixente Lizarazu Michael Tarnat in die Anfangsformation. Von Beginn an dabei war Mehmet Scholl, der aber wegen seiner Wadenprobleme in den Sprints anfangs verhalten wirkte. Bei den Franzosen führte der Algerier Ali Benarbia Regie. Sein Ersatz, der Ex-Frankfurter Jay-Jay Okocha, hatte sich im Abschlusstraining verletzt.

Die offensiv ausgerichteten Pariser glänzten im ersten Durchgang besonders mit Kombinationen über die linke Seite, doch Bayerns Keeper war in allen gefährlichen Situationen zur Stelle. So parierte er in der 21. Minute einen Schuss von Bayern-Schreck Nicolas Anelka. Auch der zweite Stürmer, Christian (30.), und Frederic Dehu (45.) mit einem Distanzschuss scheiterten an dem deutschen Nationaltorwart.

Die besseren Tormöglichkeiten erarbeiteten sich aber die Münchner mit ihrem schnellen Konterspiel: So hatte der sonst so treffsichere Carsten Jancker in der 33. Minute nach einer Volleyvorlage von Tarnat das erste Tor auf dem Fuß. "PSG"-Keeper Lionel Letizi war aber zur Stelle. Sekunden später köpfte Hasan Salihamidzic nur knapp am Gehäuse vorbei. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Scholl nach einer Flanke von Michael Wiesinger zur Führung köpfen können, doch Letizi passte erneut auf.

"Es ist ein unterhaltsames Spiel, es könnte auch schon 2:2 stehen. Ich hoffen, wir behalten die Nerven", sagte Hitzfeld in der Pause über die temporeiche Begegnung. Als Schwachpunkt entpuppte sich auch in den zweiten 45 Minuten die rechte Abwehrseite der Bayern mit Wiesinger und Willy Sagnol. Der Franzose, Unsicherheitsfaktor in der Vierer-Abwehrkette, ließ sich schon nach zwei Minuten von Christian ausspielen. Mit einem guten Freistoß aufs Tor konterte Scholl (53.), der im weiteren Verlauf immer stärker wurde. So tanzte er in der 63. Dehu, beim guten Letizi war aber wieder Endstation.

In der Schlussoffensive der Pariser in der Festung Prinzenpark, in der "PSG" in dieser Saison ungeschlagen ist, glänzte Kahn gegen Anelka. Der 21 Jahre alte 65-Millionen-Einkauf wurde vom hervorragenden Bayern-Keeper ein ums andere Mal spektakulär gebremst. Eine Riesenchance vergab Scholl (85.), der nach einem Angriff über die eingewechselten Roque Santa Cruz und Giovane Elber freistehend über das Gehäuse schoss. In der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Leroy nach einem katastrophalen Abwehrfehler von Patrick Andersson unhaltbar verwandelt.

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