Sport : Champions League: Lasche Ballverluste bleiben ungestraft

Bayer Leverkusen ist dank einer weitgehend starken Abwehrleistung auf einem guten Weg ins Millionenspiel Champions League. Durch ein verdientes 0:0 im Hinspiel der dritten und entscheidenden Qualifikationsrunde beim jugoslawischen Rekordmeister Roter Stern Belgrad verschafften sich die Rheinländer eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 21. August, in dem der frühere Uefa-Pokal-Sieger den Einzug in die Champions League und somit Mindesteinnahmen von 40 Millionen Mark perfekt machen kann.

Beim ersten internationalen Auftritt unter dem neuen Trainer Klaus Toppmöller präsentierte sich die erneut umformierte Bayer-Elf nach zwei Bundesligasiegen auch im Europapokal auf die Minute topfit. "Wir haben zu lasche Ballverlust gehabt. Wir müssen sicherer passen, uns besser freilaufen und so zu Chancen kommen", meinte Leverkusens Co-Trainer Peter Hermann zur Pause. In der Tat hatten die Rheinländer im Gegensatz zu ihren ersten beiden erfolgreichen Saisonauftritten in der Bundesliga große Schwierigkeiten, das Spiel in den Griff zu bekommen. Gegen die technisch beschlagenen und auch kämpferisch überzeugenden Gastgeber, die von 50 000 Fans im ausverkauften Marakana-Stadion frenetisch angefeuert wurden, hatte das Team von Trainer Klaus Toppmöller das Spiel nie richtig unter Kontrolle.

Trotz des sichtbaren Respektes gegenüber dem Europapokal-Sieger von 1991 hatten Leverkusen die erste klare Torchance. In der 13. Minute vergab Nationalspieler Oliver Neuville nach Vorabeit des früheren Wolfsburgers Zoltan Sebescen aus kurzer Distanz. In der 24. Minute versuchte es Neuville noch einmal mit einem allerdings harmlosen Distanzschuss. In der 30. Minute prüfte dann Milenko Acimovic Bayer-Torwart Hans-Jörg Butt mit einen Freistoß aus 20 Metern. Die besten Chance von Jugoslawiens 22-maligem Meister vergaben vier Minuten nach der Pause Mihajlo Pjanovic, als er mit einem Hackentrick erneut an Butt scheiterte, und Milan Bratic in der Nachspielzeit. Wenige Minuten vor Schluss vergab Yildiray Bastürk die größte Möglichkeit der Gäste.

Abgesehen von dieser Chance konnte sich Leverkusen, das erneut auf die Verletzten Michael Ballack und Ze Roberto verzichten musste, nach der Pause keine Torchancen erarbeiten und hatte zudem Glück, dass der bereits in Halbzeit eins verwarnte Lucio nach einer Stunde nicht die Gelb-Rote Karte sah: Der niederländische Schiedsrichter Jan Wegereev hatte ebenso wie seine Assistenten ein klares Nachtreten des Brasilianers gegen Pjanovic übersehen.

Auf Seiten der Jugoslawen ragten der quirlige Stürmer Branko Jelic und Acimovic als Dreh- und Angelpunkt heraus. Beste Leverkusener waren die Nationalspieler Jens Nowotny, der als Abwehrchef vor allem nach der Pause viele brenzlige Situationen bereinigte, und Carsten Ramelow. Die beiden aufmerksamen Nationalspieler hielten den Defensivverbund erfolgreich zusammen und ließen dem Team somit für das Rückspiel alle Möglichkeiten offen.

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