• Champions League: Manchester United, der FC Barcelona und der AC Mailand brillieren

Sport : Champions League: Manchester United, der FC Barcelona und der AC Mailand brillieren

Mit einem erstklassigen Schaulaufen sind Manchester United, der FC Barcelona und der AC Mailand in die Vorrunde der Champions League gestartet, während die Gegner der großen Favoriten in einer wahren Torflut ertranken. Aus der Schar der Außenseiter hielt sich lediglich Rosenborg Trondheim über Wasser und schickte den französischen Vizemeister Paris St. Germain mit 3:1 nach Hause. Die Torausbeute in den acht Mittwochspielen übertraf sogar noch den verheißungsvollen Auftakt bei weitem. Während am Dienstag 27 Treffer erzielt wurden, trumpfte die so genannte Königsklasse am Mittwoch mit 36 Toren und einem Schnitt von 4,5 Treffern pro Spiel auf.

Maßgeblich dazu beigetragen hat neben Juventus-Stürmer Filippo Inzaghi beim 4:4 in Hamburg auch ManU-Torjäger Andy Cole beim beeindruckenden 5:1-Sieg über den RSC Anderlecht. Beide Spieler erzielten je drei Tore, wobei Cole damit einen neuen Vereinsrekord aufstellte. Der Nationalspieler bringt es im Europapokal inzwischen auf 17 Tore, Manchesters alter Rekordhalter Dennis Law traf 14 Mal ins Schwarze. In Anbetracht steigender Benzin-Preise spottete das Boulevard-Blatt "The Sun" genüsslich: "Wer braucht Benzin, wenn er Cole hat." Die "Daily Mail" versah den Champions-League-Sieger von 1999 gar mit dem Prädikat "Fünf-Sterne-United".

Der belgische Meister indes wurde vor 62 749 Zuschauern im Old-Trafford-Stadion zum Statisten degradiert. Anderlechts Ehrentreffer durch den tschechischen Stürmer-Riesen Jan Koller taugte nur noch zur Ergebniskosmetik. ManU auf den Fersen ist in der Gruppe G der PSV Eindhoven. Hollands Meisterteam hat mit dem 2:1-Sieg über Dynamo Kiew den Grundstein dafür gelegt, endlich einmal den Sprung in die zweite Runde zu schaffen.

Die Zwischenrunde ist Pflicht für den FC Barcelona und den AC Mailand. In der schweren Gruppe H brachten es die Favoriten zum Auftakt auf je vier Tore. Vor den Augen von Teamchef Rudi Völler steuerte Oliver Bierhoff zu Milans 4:1 über das von Nevio Scala trainierte Besiktas Istanbul einen Treffer bei. "Eine kopfballerische Heldentat von Bierhoff", urteilte die "La Gazzetta dello Sport". Im Giuseppe-Meazza-Stadion sorgten außerdem Francesco Coco und der Ukrainer Andrej Schewtschenko (2) für geordnete Verhältnisse, nachdem Milan durch einen Handelfmeter von Tayfur in Rückstand geraten war.

Spitzenreiter sind die Italiener trotzdem nicht, denn der FC Barcelona kassierte beim 4:0 gegen Leeds United nicht einmal ein Gegentor. "Leeds hatte elf Rivaldos nichts entgegen zu setzen", befand die spanische Zeitung "La Vanguardia" und stellte damit auch den Mitspielern des wieder überragenden Weltfußballers ein glänzendes Zeugnis aus. Die Führung durch den Brasilianer bauten Frank de Boer per Freistoß und der zweifache Torschütze Patrick Kluivert zum auch in dieser Höhe gerechten Endstand aus. In England applaudierte "The Times": "Leeds verbeugt sich vor brillantem Barcelona." Schiedsrichter Markus Merk aus Kaiserslautern verbrachte im Nou Camp einen angenehmen Abend.

Den hatte auch Favoritenschreck Rosenborg Trondheim beim 3:1 über Paris St. Germain. Während sich die Mannschaft von Trainer Nils-Arne Eggen in der Gruppe F anschickt, wie im Vorjahr den Sprung in die Zwischenrunde zu schaffen, steht sie in der norwegischen Meisterschaft vor dem Gewinn ihres neunten Titels in Folge. In der kommenden Woche fühlt Bayern München den Skandinaviern auf den Zahn.

In der Gruppe E, wo der Hamburger SV spielt, kam Spaniens Überraschungsmeister und Champions-League-Neuling Deportivo La Coruna nur zu einem 1:1 bei Panathinaikos Athen. Der Marokkaner Nourredine Naybet nutzte sechs Minuten vor Schluss einen katastrophalen Fehler der griechischen Abwehr zum Ausgleich für die Galizier. "Deportivo überlebte die Hölle von Athen", verkündete "La Vanguardia" in Spanien dramatisch, während die griechische Sportzeitung "To Fos" mit einer markigen Schlagzeile zwei verlorenen Punkten nachtrauerte: "Panathinaikos hat Selbstmord begangen." Na ja, so schlimm ist es ja dann doch nicht gewesen.

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