Champions League : Schalke 04 droht nach 1:1 gegen Saloniki das Aus

Im Hinspiel gegen Paok Saloniki erreicht der FC Schalke 04 nur ein 1:1. Nach gutem Start gerieten die Gelsenkirchener aus dem Tritt und drohen nun in der Champions-League-Qualifikation zu scheitern. Auf den Rängen gab es Tumulte, am Ende verletzte sich auch noch Farfan.

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Es sollte ein erster kleiner Schritt werden, der die Tristesse beim FC Schalke 04 ein wenig vertreiben sollte. Das 1:1 (1:0) des FC Schalke 04 im Hinspiel der Play-offs um den Einzug in die Gruppenphase der Champions League gegen Paok Saloniki dürfte allerdings nur wenig Anlass zur Zufriedenheit geben. Denn die Mannschaft von Trainer Jens Keller verstand es nicht, ihre phasenweise verbessertes Spiel trotz Führung in einen Sieg zu verwandeln. Damit sind die Chancen gesunken, die europäische Königsklasse zu erreichen und damit rund 20 Millionen Euro einzunehmen. Am kommenden Dienstag muss der Ruhrgebietsklub in Thessaloniki zum Rückspiel antreten und hoffen, in Griechenland einen deutlich besseren Tag zu erwischen.

Es dauerte rund zehn Minuten, bis die Schalker die Partie in den Griff bekamen. Die Verunsicherung war in den ersten Minuten der Partie beinahe greifbar und diesen Mangel wollten die Griechen ausnutzen. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens versuchte, die zuletzt sehr durchlässige Schalker Hintermannschaft, in der Joel Matip wieder für Felipe Santana in die Innenverteidigung rückte, unter Druck zu setzen und einen schnellen Treffer zu erzielen. Diese kurze Druckphase überstand die Mannschaft von Jens Keller allerdings ohne allzu große Probleme. Doch auch wenn Schalke in der Folge das dominante Team war, in der Halbzeitpause wiesen die statistischen Erhebungen immerhin 70 Prozent Ballbesitz aus, so hatte das Team wie auch in den Vorwochen große Mühe, Tempo in sein Spiel zu bekommen. Ein Problem nicht nur gegen Mannschaften, die vom Abwehrexperten Huub Stevens trainiert werden. Aber gegen diese eben ganz besonders.

Um endlich spielerischen Ideenreichtum in die Angriffsbemühungen zu transportieren, hatte Jens Keller eigens Max Meyer erstmals in die Anfangself und ins offensive Mittelfeld beordert. Der 17-Jährige gab sich mit seiner Dribbelstärke und seiner Wuseligkeit redlich Mühe, den Erwartungen gerecht zu werden und im stetigen Wechsel mit Julian Draxler Verwirrung zu stiften. Die Schalker taten sich dennoch lange recht schwer, allerdings waren sie in dieser Begegnung ungewohnt effektiv. Gleich mit der ersten Tormöglichkeit erzielten sie nach 32 Minuten die Führung. Aus dem Gewühl heraus bediente Adam Szalai, der für den verletzten Klaas-Jan Huntelaar stürmte, mit einem geschickten Pass Jefferson Farfan. Der Peruaner schob die Kugel geschickt aus zehn Metern Entfernung ins Tor.

Doch mehr Sicherheit brachte die Führung nicht mit sich. Die Angst, einen Gegentreffer zu kassieren, schwang bei den Schalkern in der gesamten Partie wie ein unsichtbarer und lähmender Umhang mit. Bereits fünf Minuten nach dem Führungstreffer hätten sich die schlimmsten Schalker Befürchtungen auch beinahe bestätigt. In diesem Moment vergaben die Griechen gleich eine große Doppelchance zum Ausgleich. Nach einem Eckball rettete Christian Fuchs zunächst einen Schuss von Kostas Katsouranis auf der Torlinie, den Nachschuss schoss Lucas unbedrängt in den Gelsenkirchener Nachthimmel.

Doch Paok Saloniki wollte sich noch lange nicht geschlagen geben. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte übernahmen sie die Initiative und versuchten erneut, die Schalker mit ihrem schnellen Kombinationsspiel in Bedrängnis zu bringen. Allerdings fehlte dem griechischen Vizemeister die nötige Entschlossenheit, die Angriffe erfolgreich zu vollenden. Der entscheidende Pass, der letzte Wille fehlte, um einen erfolgreichen Abschluss. Auf diese Abschlussschwäche schien sich Schalke zumindest verlassen zu können. Allerdings widerlegte Miroslav Stoch diese Annahme. Der Angreifer erzielte nach 72 Minuten mit einem Distanzschuss das 1:1, nachdem er ungehindert über das halbe Feld laufen durfte. Während die griechischen Fans feierten, marschierte in der Nordkurve der Arena die Polizei auf: Nach ZDF-Informationen rief eine mazedonische Fahne, die die Gäste provozieren sollte, auch im eigenen Block Unmut hervor. Benedikt Höwedes hatte zehn Minuten vor dem Ende dann doch noch die große Chance zum Siegtreffer, aber er scheiterte an Torhüter Jacobo. Kurz darauf musste Jefferson Farfan verletzt vom Platz getragen werden. Die Griechen brachten das Spiel letztlich mit viel Einsatz über die Zeit.

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