Champions League : Schwacher FC Bayern spielt 1:1 in Florenz

Überzeugen konnte Klinsmanns Team in Florenz nicht, doch durch Borowskis späten Ausgleich gelang den Bayern ein 1:1. Damit sind sie auf Platz zwei der Gruppe F gerutscht.

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Unterlegene Bayern. Die Münchner, hier Ze Roberto (links) und Demichelis, konnten Florenz nicht stoppen.Foto: AFP

Ob jemand gut vorbereitet ist, erkennt man oft an den Kleinigkeiten. Minutenlang stand Bayern Münchens Verteidiger Martin Demichelis gestern Abend Mitte der ersten Halbzeit an der Seitenlinie und wollte wieder auf das Spielfeld. Da er sein Trikot aber vollgeblutet hatte, und die Regeln verbieten, mit einem solchen weiterzuspielen, musste er warten und warten, bis endlich ein neues aus der Kabine herbeigeschafft war. Dabei wurde Demichelis dringend auf dem Feld gebraucht, um ein weiteres Gegentor zu verhindern. 0:1 lag der FC Bayern zu diesem Zeitpunkt im Gruppenspiel der Champions League beim AC Florenz zurück, am Ende gelang den Münchnern aber noch ein glückliches 1:1 (0:1). Die Bayern sind damit vom ersten auf den zweiten Platz der Gruppe F gerutscht.

Adrian Mutu brachte Florenz in Führung

Es waren nicht nur die Kleinigkeiten, an denen es der Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann gestern mangelte. Nach einem durchaus konzentrierten Beginn verlor sie immer mehr den Faden, mental schien sie an diesem Abend überhaupt nicht vorbereitet zu sein, was sich deutlich in mangelndem Bewegungsdrang äußerte. Nach zehn Minuten ging Florenz in Führung, als die Münchner Abwehr bei einer weiten Flanke von Luciano Zauri nicht im Bilde war und Adrian Mutu mit einer schönen Volleyabnahme erfolgreich war. Torhüter Michael Rensing hatte keine Chance. Schon in den vergangenen Wochen hatten die Bayern bei solchen eigentlich eher harmlosen Flanken immer wieder Schwächen gezeigt, das hatten die Italiener wohl beobachtet.

Podolski spielte von Beginn an und enttäuschte

Nach dem Tor war Florenz die überlegene Mannschaft, bei den Bayern lief nach vorne überhaupt nichts. Dort spielte Lukas Podolski wieder einmal von Beginn an für den verletzten Luca Toni. „Er muss viel mit nach hinten arbeiten“, hatte Jürgen Klinsmann vor dem Spiel gesagt. Davon war aber nichts zu sehen, Podolski trabte durch die Gegend und verspielte eine weitere Chance, seine Ansprüche auf mehr Einsätze mit Argumenten zu unterfüttern. Während Albero Gilardino mit einem Kopfball – wieder nach einer Halbfeldflanke – an Rensing scheiterte und kurz darauf noch einmal, brachten die Bayern in der ersten Halbzeit nichts zustande, was man als erfolgversprechende Torchance bezeichnen könnte.

Nach der Pause wurde das Spiel etwas offener, die guten Chancen hatte aber zunächst weiter Florenz. Binnen weniger Minuten scheiterte Gilardino mit einem Heber und mit einem Kopfball. Erst nach Podolskis erstem gefährlichen Torschuss 20 Minuten vor dem Ende machten die Bayern mehr Druck. Florenz zog sich nun immer weiter zurück. Das 1:1 fiel dennoch überraschend, weil Tim Borowski bei seinem Tor aus kurzer Distanz von einem Abwehrfehler profitierte. Kurz darauf hatte Miroslav Klose sogar noch eine große Chance, den Siegtreffer für die Münchner zu erzielen.

Die bemerkenswerteste Aktion der letzten Minuten war dann die Auswechslung von Lukas Podolski. (Tsp)

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