Sport : Chronik einer Entlassung

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Der 1. FC Union hat einen neuen Trainer. Nur vier Wochen nachdem Kotrainer Ivan Tischanski die Mannschaft von Georgi Wassilew übernommen hat, gibt er sie schon wieder ab. Sein Nachfolger wird Mirko Votava, zuvor Trainer in Oldenburg und Meppen, zuletzt Talentscout bei Werder Bremen. Er erhält einen ZweieinhalbJahres-Vertrag. Union beendet die Saison als Neunter.

26. September 2003: Nach sechs Saisonspielen steht Union mit nur drei Punkten am Tabellenende der Zweiten Bundesliga. Es folgt ein Auswärtsspiel beim Spitzenreiter aus Unterhaching. Bei einer erneuten Niederlage wird Votava wohl nicht mehr Trainer sein. Doch Union schafft die Überraschung und holt in Bayern ein 1:1. Präsident Heiner Bertram spricht von einem „kleinen Neuanfang“ – mit Votava.

9. Oktober 2003 , kurz nach 19 Uhr: Aufsichtsratschef Uwe Rade teilt Präsident Heiner Bertram dessen Absetzung mit. Der siebenköpfige Aufsichtsrat hat das einstimmig entschieden. Bertram akzeptiert die Entscheidung nicht und will mit Hilfe der Mitgliederversammlung zurück an die Klubspitze. „Einer wird in diesem Kampf auf dem Schlachtfeld zurückbleiben“, kündigt Bertram an. Es wird er selbst sein. Jürgen Schlebrowski wird Bertrams Nachfolger. Vom Präsidentensturz unbehelligt: Trainer Votava.

15. Februar 2004: Auch unter dem neuen Präsidenten hören die Diskussionen um Votava nicht auf. Vor dem Heimspiel gegen Aue ist der Job des Trainers wieder einmal gefährdet. Doch Union gewinnt 3:0. Trotz des deutlichen Sieges hat Jürgen Schlebrowski nach dem Spiel wenig Lob für Votava und seine Mannschaft übrig: „Wir haben heute unverdient gewonnen“, sagt der Präsident.

24. März 2004: Der 1. FC Union gibt auf einer Pressekonferenz die Entlassung Votavas und die Verpflichtung von Aleksandar Ristic bekannt. hude

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