Clasico : Messi und Ronaldo nicht von dieser Welt

Nach dem Duell zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid feiert Spanien die zwei Superstars. Auch Mesut Özil wird gelobt.

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Am Boden wie in der Luft. Cristiano Ronaldo (l.) überragte im Clasico. Foto: dapd
Am Boden wie in der Luft. Cristiano Ronaldo (l.) überragte im Clasico. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Die Augen weit aufgerissen, mit den Händen wild in der Luft umherfuchtelnd, so jubelte Lionel Messi, nachdem er den FC Barcelona mit seinem zweiten Tor an diesem Abend 2:1 in Führung gebracht hatte. Gewöhnlich feiert der Argentinier seine Treffer nicht so euphorisch, aber Tore gegen Real Madrid sind auch für Messi etwas Besonderes. Siebzehn Mal hat er nun gegen den Erzrivalen getroffen, nur Reals Alfredo di Stefano war in den Duellen der beiden größten spanischen Klubs mit achtzehn Toren noch erfolgreicher.

Der Blick kalt, die Hände beschwichtigend nach unten drückend, so feierte Cristiano Ronaldo seine zwei Tore für Real Madrid. Dabei vergaß Ronaldo auch die Schmerzen in seiner Schulter, auf die er zuvor gefallen war. Einen Finger hielt sich der Portugiese dieses Mal nicht vor die Lippen, aber die Geste war trotzdem klar ans Publikum adressiert. Seid still, das ist mein Terrain, sollte das wohl heißen. Natürlich taten ihm die Zuschauer im Stadion Camp Nou den Gefallen nicht, sie bejubelten umso lautstärker ihren Helden Lionel Messi, aber am Ende mussten auch die Fans des FC Barcelona anerkennen, dass Ronaldo an diesem Abend nicht schlechter als Messi war. Beide trafen doppelt, Barcelona und Real trennten sich 2:2.

Es war das erste Mal, dass die beiden wohl besten Fußballer dieser Tage gleichzeitig triumphierten. Bisher überragte im direkten Duell immer nur einer, während der andere oft einen gebrauchten Tag erwischte. Die große Messi-Ronaldo-Show veranlasste die spanische Presse einen Tag später zur unvermeidlichen Frage, wer denn nun der Beste der Besten sei. Messi? Ronaldo? Oder beide? Reals Trainer Jose Mourinho gab die Antwort nach Spielschluss. „Beide sind von einem anderen Planeten. Es sollte verboten sein, zu sagen, wer der Beste der Welt ist. “

Mourinhos Forderung lässt sich nur schwerlich umsetzen, spätestens im Januar, wenn die Zeitung „France Football“ wieder ihren „Ballon d’Or“ an den besten Spieler des abgelaufenen Jahres vergibt, wird es eine Entscheidung zwischen den beiden Ausnahmekönnern geben. Eine Ungerechtigkeit, wie einige Kolumnisten am Montag fanden. „Zwei Goldene Bälle wären das Beste“, forderte etwa Hugo Cerezo in der „Marca“.

Neben Messi und Ronaldo gab es noch einen weiteren Spieler, der mit viel Lob bedacht wurde: Mesut Özil. Nach schwachem Saisonstart lieferte der Deutsche sein bisher bestes Spiel für den Spanischen Meister ab. Özil rannte, war ständig anspielbereit und half sogar in der Defensive. Nach 80 Minuten wurde er völlig erschöpft gegen Kaká ausgetauscht. „Er hat gut gespielt, mit Qualität“, lobte Mourinho. Özils feiner Pass auf Ronaldo rettete Real wenigstens einen Punkt und damit die Möglichkeit, die Meisterschaft zu verteidigen, auch wenn der Rückstand auf Barcelona weiterhin acht Punkte beträgt. Ein Fakt, der angesichts der Glanzleistungen von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo aber zur Nebensächlichkeit verkam.

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