Club verliert gegen den VfB : Stuttgart gewinnt glücklich, aber nicht unverdient

Der 1. FC Nürnberg verliert gegen den VfB Stuttgart 1:2.

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Nürnberg – Als entfesselnden Tänzer kannte man den Fußballlehrer Christian Gross bisher allenfalls im engsten Bekanntenkreis. Als Roberto Hilbert durch sein spätes Tor in der 87. Minute den VfB Stuttgart in Nürnberg zum glücklichen 2:1-Sieger machte, zeigte Gross einer breiten Öffentlichkeit, was noch alles in ihm steckt – außer der Eigenschaft, aus dem Abstiegskandidaten Stuttgart eine Mannschaft geformt zu haben, die plötzlich über einen europäischen Wettbewerb nachdenken kann. Nach seinem vierten Sieg in Folge sprang der Schweizer auf der Laufbahn der Nürnberger Arena umher und warf seine Arme jubelnd in die Luft. „Der Sieg war nicht unverdient, aber doch glücklich“, sagte Gross, als er sich wieder gefangen hatte, „wir müssen uns steigern.“

Seine Erfolgsserie jedenfalls hat weiter Bestand. Anders beim 1. FC Nürnberg. Dort hatte Dieter Hecking mit vier Punkten aus zwei Spielen auch so etwas wie eine Serie begonnen. Für den Club kommt die bittere Heimniederlage nach einem höchst unterhaltsamen Spiel und einer guten kämpferischen Leistung vor 40 000 Zuschauern einem herben Rückschlag gleich. Nach den Toren von Timo Gebhart und dem Ausgleich durch Albert Bunjaku verspielten die Nürnberger in der hitzigen Schlussphase noch einen wichtigen Punkt. „Die Mannschaft hat ein hervorragendes Spiel abgeliefert, und wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sagte Hecking. „Aber wenn man in der 87. Minute ausgekontert wird, zeigt das die Unterschiede.“ Wenn die Mannschaft so auftrete, könne man zuversichtlich sein.

Die Führung gelang dem VfB, als Sami Khedira nach einem Pass von Ciprian Marica am linken Flügel den Nürnbergern davon lief. Trotz des Sprints über 30 Meter behielt der U-21-Europameister die Übersicht. Als der Ball Timo Gebhart erreichte, stand der Torschütze ohne die nötige Bewachung im Strafraum.

Die Nürnberger ließen sich vom Gegentreffer nicht beeindrucken. Nach dem 3:1 in Hannover hatte Hecking wieder lachende Gesichter in seinem Kader entdeckt. Und offenbar auch eine Portion Selbstvertrauen, denn die Franken antworteten auf den Rückstand mit noch mehr Offensive, die Stuttgarter mussten sich weit zurückziehen.

Nürnberg war bis zur Pause die optisch überlegenere Mannschaft. Ein Tor aber gelang weder Angelos Charisteas noch dem Schweizer Bunjaku. Gross stärkte angesichts der Angriffe sein Mittelfeld mit Zdravko Kuzmanovic. Auf der Gegenseite ließ Stefano Celozzi Bunjaku zu viel Platz. Der Schweizer Nationalspieler schoss den Ball nach einem Dribbling ins lange Eck und erzielte sein zehntes Saisontor. Es sollte trotzdem nicht für einen Punkt reichen. Oliver Trust

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