Sport : Comeback in Plauen

Michael Rosentritt

über den weiten Weg des Krassimir Balakow Vor einigen Wochen hat Lothar Matthäus sich noch einmal die Fußballschuhe angezogen. Der Rekordnationalspieler (150 Einsätze in drei Jahrzehnten) hielt seine Knochen für Lok Leipzig hin, um dem damaligen Elftligisten etwas auf die Sprünge zu helfen. Matthäus stand es eineinhalb Halbzeiten durch und drohte an, im Bedarfsfall noch einmal zurückzukommen. Den finanziell angeschlagenen Leipzigern brachte der Gag immerhin eine gewisse öffentliche Beachtung und dem 44-jährigen Matthäus einen Muskelkater.

Krassimir Balakow will noch mehr. Der 39 Jahre alte frühere Stuttgarter Bundesligaprofi wird morgen einen Vertrag beim Nordost-Oberligisten VFC Plauen unterschreiben – als spielender Berater.

Vor einigen Wochen wurde der 86-fache bulgarische Nationalspieler, der ein Jahr Stuttgarts Trainer Matthias Sammer assistierte, als potenzieller Bundesligatrainer gehandelt. Jetzt geht er lieber in die vogtländische Provinz und spielt Ball. Er begründet das mit der Liebe zu seiner Lebensgefährtin, die aus dieser Region stammt. Seltsam mutet es trotzdem an.

Dass die Plauener ihn mit Geld gelockt haben, dürfte auszuschließen sein. Der Mittelfeldregisseur galt in den Neunzigerjahren als der bestbezahlte Bundesligaprofi. Der frühere Stuttgarter Präsident Mayer-Vorfelder („Dieser Spieler ist mit Geld nicht aufzuwiegen“) hatte Balakow einen hoch dotierten Vertrag gegeben, der sich quasi von selbst verlängerte, solange der Spieler ein entsprechendes ärztliches Attest vorlegte. Das war von 1995 bis 2003 in Stuttgart der Fall.

Jetzt will Krassimir Balakow ohne ärztlichen Segen auskommen und es allen noch mal beweisen. Notfalls in Plauen.

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